Evangelische Synode in Bayern
Das Ehrenamt braucht mehr Unterstützung, findet die Synodale Edith Pfindel. Kurzinterview im Sonntagsblatt.
Edith Pfindel
Edith Pfindel

Die lokale Kirche und ihre Ehrenamtlichen stärken - und die globalen Kirchenpartnerschaften nicht aus dem Blick verlieren: Das möchte die evangelische Synodale Edith Pfindel. Im Kurzinterview erklärt sie, warum dazu auch Mission gehört.

Welche Themen möchten Sie in der Landessynode besonders unterstützen bzw. fördern?

Für mich sind in der Kirche bedeutende Schwerpunkte, die ich mit ganzem Herzen unterstützen und fördern möchte: Ehe und Familie stärken, Jugendlichen Raum in der Kirche geben und Menschen mit der guten Botschaft von Jesus Christus weiterhin, wieder oder neu erreichen. Gemeinsam mit anderen möchte ich Wege finden, Menschen (wieder) für das Wort Gottes zu begeistern und eine einladende und lebendige Kirche zu bleiben bzw. zu werden.

Deshalb war es für mich sehr wichtig, dass die Landessynode im Herbst 2019 das landeskirchliches Projekt M.U.T. mit einem missionarischen Schwerpunkt beschlossen hat. M = missional, U = unkonventionell und T = Tandem. Das M.U.T.-Projekt wird von 2021 bis 2024 umgesetzt.

Ehrenamtliches Engagement ist mir ein Herzensanliegen. Ich bin Mitglied im Fachbeirat Ehrenamt. Durch die Umsetzung der Landesstellenplanung wird ehrenamtliche Arbeit eine noch größere Bedeutung erhalten. Als Synodale möchte ich mich dafür einsetzen, dass ehrenamtliches Engagement noch mehr Unterstützung und Wertschätzung findet.
 

Was reizt Sie am Amt des Synodalen/der Synodalin?

Ich möchte die begonnenen Prozesse der Landeskirche (Profil und Konzentration, Landesstellenplanung…) intensiv begleiten, Entscheidungsprozesse aktiv mitgestalten und die Anliegen der Gemeinden an der Basis in der Landessynode vertreten. In der letzten Synodalperiode war ich Mitglied im Ausschuss ÖMD (Ökumene, Mission und Dialog) und habe gerne über den "bayerischen Tellerrand der ELKB" in die weltweite Kirche und Ökumene geblickt. Afrika liegt mir besonders am Herzen, deshalb beteilige ich mich beim Afrika-Ausschuss.

In der jetzigen Synodalperiode bin ich Mitglied des Finanzausschusses, das gibt mir noch einmal einen tieferen Einblick in die ELKB. Die Zusammenarbeit mit anderen Synodalen (auch unter Unterausschüssen wie z. B. missionale Kirche…) ist sehr bereichernd und reizvoll, seit 2021 setze ich mich in einer kleinen synodalen Arbeitsgruppe mit dem Thema Kirchenaustritte und Mitgliedergewinnung auseinander.

Wie engagieren Sie sich in Ihrer Gemeinde vor Ort? Woran arbeiten Sie gerade im Kirchenvorstand?

Als Mitglied des Kirchenvorstandes und ehrenamtliche Mitarbeiterin engagiere ich mich im Team in Familiengottesdiensten und modernen Gottesdienstformen, punktuell in der Konfirmandenarbeit und gestalte als Prädikantin Gottesdienste. Ich leite das Gemeindebriefteam und bin Missionsbeauftragte, dazu zählt auch die Verbindung zu MEWAIKI – unserem Dekanatsprojekt – Memmingen unterstützt die Waisenkinder am Kilimandscharo.

Außerdem bin ich im CVJM Woringen im Team bei der Gestaltung von Mitarbeitergottesdiensten und arbeite mit meinem Mann bei den Ehevorbereitungsseminaren des CVJM Bayern mit. In Woringen engagiere ich mich im Asylhelferkreis und in Memmingen als Mitarbeiterin beim Frühstückstreffen für Frauen.

In unserem Kirchenvorstand gibt es gerade zwei Schwerpunkte.

  1. Die Dachsanierung unserer 800 Jahre alten Kirche.
  2. Die Evangelische Kindertagesstätte "Guter Hirte". Das ist in Woringen die einzige Kindertagesstätte, die aber aus allen Nähten platzt. Nachdem die Personalverwaltung und –suche sowie die gesamte Organisation eine große Herausforderung für unser Pfarramt ist, sind wir in der Prüfungsphase, ob ein Trägerwechsel hilfreich und sinnvoll ist. Wir sind im Prozess zur Übergabe der Kindertagesstätte an das Diakonische Werk Kempten-Memmingen (Fusion ist geplant).

Wie schätzen Sie die Zukunft der Kirche ein: Wo stehen wir in zehn Jahren?

In 10 Jahren wird - aller Voraussicht nach - nicht mehr jede Kirchengemeinde personell gut versorgt werden können. Eine wertschätzende und kompetenzorientierte Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen über die eigene Kirchengemeinde hinaus wird an Bedeutung gewinnen.

Trotz manch negativer Prognosen zur Zukunft der Kirche wird mir immer wieder neu bewusst, dass nicht wir es sind, die die Kirche am Leben erhalten, sondern dass Jesus Christus lebt und er die Kirche und den Glauben lebendig macht durch die Wirkung des Heiligen Geistes.

Synodale Edith Pfindel

Edith Pfindel ist 56 Jahre alt und wohnt in Woringen im Unterallgäu. Sie ist verheiratet und hat drei Söhne. Sie ist stellvertretende Vertrauensfrau in der Kirchengemeinde Woringen, Mitglied des Präsidiums der Dekanatssynode und als Synodale für das Dekanat Memmingen im Kirchenkreis Augsburg-Schwaben Mitglied der Landessynode.

Als Fachlehrerin arbeitet sie mit Kindern und Jugendlichen in Memmingen. Seit September 2021 absolviert sie die Fortbildung Qualifikation für das Fach Evangelische Religion im Religionspädagogischen Zentrum in Heilsbronn.

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