Kirchen
Die Karolinenkirche im Landkreis Rosenheim ist die älteste evangelische Kirche in Südbayern. Nun hat sie innerhalb kurzer Zeit bereits die zweite Schirmherrin bekommen.
Susanne Breit-Keßler
Susanne Breit-Keßler.

Neben Herzog Franz von Bayern hat nun auch die ehemalige Regionalbischöfin von München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, die Schirmherrschaft für die Sanierung der evangelischen Karolinenkirche im Landkreis Rosenheim übernommen. Schirmherrin und Schirmherr verbänden viele gemeinsame Projekte und Begegnungen, wie die Kirchengemeinde mitteilte. Die Karolinenkirche ist die älteste evangelische Kirche in Südbayern und feiert im Oktober 2022 ihr 200-jähriges Bestehen.

Schirmherr: Karolinenkirche hat besondere Bedeutung für Geschichte Bayerns

Breit-Keßler werde die Gemeinde besonders beim Fundraising unterstützen. Die Karolinenkirche trage den Namen einer Regentin, die für ihren Glauben entschlossen, standhaft und zugleich mit weitem ökumenischen Herzen eingetreten ist, beschrieb die Regionalbischöfin im Ruhestand in ihrem Grußwort. Das Gotteshaus habe eine besondere Bedeutung für die Geschichte Bayerns und "für die Ökumene in unserer Heimat", erklärte auch der Herzog laut Gemeindebrief.

"Wie der ersten bayerischen Königin Karoline so liegt auch mir diese Kirche am Herzen", so Herzog Franz von Bayern weiter. Daher wolle er sich dafür einsetzen, dass sie auch in Zukunft ein Ort des Glaubens, der Gemeinschaft und der Kultur bleibt.

Kirche wurde 1822 eingeweiht

Herzog Franz von Bayern ist seit 1996 das Familienoberhaupt des Hauses Bayern. Er ist Nachfahre von Königin Karoline, die als Prinzessin Karoline von Baden und Gemahlin des bayerischen Kurfürsten und späteren Königs Maximilian IV. Joseph den evangelischen Glauben um 1800 nach Oberbayern brachte und damit das protestantische Leben in der Region maßgeblich prägte.

Die Kirche wurde der ersten bayerischen Königin zu Ehren unter dem Namen "Karolinenkirche" 1822 als erste evangelische Kirche in Altbayern eingeweiht. Mit ihrer lichtdurchfluteten Schlichtheit gilt sie als Beispiel klassizistischer Architektur. Diese schlichte und klassische Ausstrahlung stehe allen Menschen gut zu Gesicht, sagte Breit-Keßler.

Kosten belaufen sich auf rund 1,25 Millionen Euro

Herzog Franz von Bayern, passionierter Sammler zeitgenössischer Kunst, werde sich im Rahmen der Sanierung insbesondere für die Neugestaltung der sogenannten Prinzipalia einsetzen, wie es hieß; also von Altar, Taufbecken und Lesepult. Ein konfessionsübergreifender Förderverein mit mehr als 30 Gründungsmitgliedern wird die Renovierung begleiten.

Die Kosten für die umfangreiche Neugestaltung der Kirche belaufen sich den Planungen zufolge auf 1,25 Millionen Euro. Geplant sind unter anderem diverse Rohbauarbeiten im Innenraum, eine Restaurierung des Fliesenbodens, Arbeiten am Dach, eine Belüftungsanlage, diverse Elektroinstallationen und eine neue künstlerische Ausgestaltung.

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