31.01.2020
Kirche und Soziales

In Memmingen startet Anfang Februar erstmals eine Vesperkirche

Vom 2. bis 16. Februar findet in Memmingen in der evangelischen Christuskirche die erste Vesperkirche Südbayerns statt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.
Mitarbeiter für die erste Vesperkirche Südbayerns
Margit Pschorn, Pfarrerin Katharina von Kietzell und Organisationsleiterin Manuela Walcher probieren das neue Banner für die erste Vesperkirche Südbayerns in der Memminger Christuskirche aus (Bild von links nach rechts).

Es ist ein bisschen wie in den letzten Wochen einer Schwangerschaft. Wir zählen jetzt die Tage und sind wahnsinnig aufgeregt", schildert Christine Ollech,ehrenamtliche Mitarbeiterin im Organisationsteam, die aktuelle Atmosphäre. Und Organisationsleiterin Manuela Walcher ist begeistert: "Aus den 200 ersehnten Ehrenamtlichen sind 265 eingetragene geworden, hinzu kommen etliche freiwillige Helfer, die für uns in den Startlöchern stehen."

Um die Vesperkirche zu stemmen, bringen sich unter anderem Privatpersonen, Ehepaare, Schüler, Firmen, Unternehmen, Vereine sowie soziale Einrichtungen ein. "Das Projekt lebt täglich von neuen Überraschungen und es hat die Herzen erobert, was die Dienstleistungen, Spenden und die positiven Feedbacks bestätigen", sagt eine strahlende Margit Pschorn, die die Öffentlichkeitsarbeit meistert. Klar, dass man bei der allerersten Vesperkirche eine "Mega-Arbeit" mit der Aufklärung hatte. Bei vielen Telefonaten und Gesprächen fragte erst einmal der Gesprächspartner nach, was eine Vesperkirche sei. Wiederum gab es Personen, bei denen der Funke gleich übersprang, da sie zufälligerweise mit anderen Vesperkirchen ihre Erfahrungen gesammelt hatten.

Jesus Christus ist der Gastgeber

Momentan steht die praktische Umsetzung im Mittelpunkt: Banner und Flyer werden produziert, Wegweiser, Plakate, Preislisten hergestellt, Fahrerdienste und Kinderbetreuung organisiert, Dekorationen eingekauft, Kopfbedeckungen und Schürzen der "arbeitenden Bevölkerung" mit Logo bestückt. Für die Ehrenamtlichen findet demnächst eine Besprechung mit Hygieneschulung und "Rollenverteilung" statt.

"Wir als Kirche und Diakonie sind zwar der Veranstalter, aber Jesus Christus ist der Gastgeber", akzentuiert Stefan Gutermann, Vorstand Diakonie Memmingen. Dabei wird deutlich betont, dass die Vesperkirche kein missionarisches Projekt ist. Es werden in einer Wohlfühlatmosphäre alle willkommen geheißen, egal ob reich, arm, krank, gesund, alt oder jung.

Umfangreiches Kultur- und Musikangebot

Hier spielen Konfession, Nationalität oder Gesinnung keine Rolle, da "Großzügigkeit" das größte Anliegen der Veranstaltungen sei. Täglich stehen neben anderen Angeboten ein Mittagessen mit einem Fleisch- und einem vegetarischen Gericht, Getränke sowie Kaffee und Kuchen auf dem Speiseplan.

Zudem steht das Kultur- und Musikangebot schon fest. Die Künstler erklärten sich sofort bereit, bei der Vesperkirche mitzuwirken. Die meisten von ihnen verzichten auf die Gage. Spenden sind jederzeit willkommen.

Die Veranstalter sind stolz darauf, dass die Vesperkirche "die Gemeinsamkeit von Kirche und ihrer Diakonie" gefördert hat. Durch das Projekt sind sie sich viel nähergekommen.

INFO

Das Kulturprogramm rund um die erste Vesperkirche in Memmingen beginnt am Freitag, 31. Januar, um 22 Uhr unter dem Titel "Schüttel dein Speck" im Kaminwerk in der Anschützstraße 1.

In der Christuskirche geht es dann weiter am Sonntagabend, 2. Februar, um 19 Uhr unter dem Titel "Sahnestücke". Am Freitag, 7. Februar, gibt es ein Mitmachkonzert für Kinder "Rodscha aus Kambodscha & Tom Palme" um 16.30 Uhr.

Am Samstag, 9. Februar, um 18 Uhr singen und spielen "Viva Voce", am Samstag, 15. Februar, um 20 Uhr "Vivid Curls".

Die Vesperkirche und Organisationsleiterin Manuela Walcher würden sich auch sehr über Kuchenspenden freuen. Kontakt unter Telefonnummer: (0 83 31) 7 58 57 oder Handy: (01 70) 6 12 01 24.

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