Interview zum Welt-Tierschutztag
Mäuse gibt es in der Kirche ja öfter. Doch dass Schildkröten neben Hunden und Ziegen vor dem Altar Platz nehmen, kommt in Rottach-Egern nur einmal im Jahr vor. Am Montag ist es wieder so weit: Dann feiert der Ort seinen "Gottesdienst mit Tieren".
Eine cremefarbene Katze, ein grauer Hund, ein braun-weißer Corgi und eine weiße Katze vor einem rosafarbenen Hintergrund.

Mäuse, Schildkröte und Hund werden am kommenden Montag, dem 4. Oktober, auf jeden Fall dabei sein, wenn Pfarrer Martin Weber in der evangelischen Kirche in Rottach-Egern im Dekanat Bad Tölz zu seiner Gemeinde spricht. Denn das sind die Tiere seiner Kinder, und die kämen in jedem Fall, erzählt der Theologe aus dem Oberland im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Seit 2012 feiern die Tegernseer Protestanten dort gemeinsam mit ihren katholischen Tierfreunden einmal im Jahr einen "Gottesdienst mit Tieren" - Anlass ist der Gedenktag des Franz von Assisi (am 3. Oktober für Protestanten, und am 4. Oktober für Katholiken), Schutzpatron der Tiere und des Umweltschutzes.

Ein Porträt von Pfarrer Martin Weber. Er trägt ein blau-weiß gestreiftes Hemd und eine Brille. Er lächelt in die Kamera.
Pfarrer Martin Weber

Herr Weber, warum laden Sie am Montag auch Tiere in die Auferstehungskirche ein?

Martin Weber: Alle Tiere sind Gottes Geschöpfe – so wie die Menschen auch. Und dass sie einen besonderen Platz in unserem Leben haben, egal wie alt wir sind, ist ebenfalls klar. Nach den Schöpfungsberichten werden Mensch und Tier gesegnet, bekommen Tier und Mensch den Auftrag: "Seid fruchtbar und mehret euch". Es geht uns also um eine Besinnung auf die Bedeutung von Tieren für uns Menschen, um einen daraus resultierenden Umgang mit ihnen und eine Dankbarkeit für das Geschenk, das wir hier bekommen.

Mit welchen tierischen Gottesdienstbesuchern rechnen Sie?

Weber: Mäuse, Hunde, Hasen, Schildkröten, Schlangen, Ziegen und Schafe waren schon dabei. Wir sind offen für weitere … Meine eigenen Kinder werden auch kommen – Mäuse, Schildkröte und Hund sind also auf jeden Fall dabei.

Wie sieht der Gottesdienst konkret aus?

Weber: Es ist eine kurze Andacht mit einer Segnung von Mensch und Tier. In den letzten Jahren kamen auch immer mehr Menschen, die ein Tier verloren haben und sich mit einem Bild erinnern wollten. Die Zielgruppe sind einerseits Kinder - und dann aber vor allem ältere Menschen. Doch da ist coronabedingt im Moment natürlich noch eine große Unsicherheit vorhanden. Mal sehen, wie viele kommen.

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