22.09.2017
Kirche im Grünen

Die nach Pappenheim zweite bayerische Weidenkirche ist in Plech im Dekanat Pegnitz, ganz im Süden des Bayreuther Landkreises und in Sichtweite der A9, mit einer ökumenischen Wallfahrt eingeweiht worden.
Weidenkirche in Plech
Eine Kirche, die wächst und lebt und zum Leben im Glauben an Gott ermutigen soll: Hinter dem Gewerbegebiet zwischen Ottenhof und Plech wurde die neue Weidenkirche errichtet.

Den größten Teil der Gesamtkosten in Höhe von knapp 37.000 Euro, die im Wesentlichen aus Spenden und Zuschüssen finanziert wurden, veranschlagte das Metallgerüst in Form gotischer Bögen, das von den Metallbauern der Behinderteneinrichtung Lebenshilfe Münsinghof bei Velden aufgebaut wurde.

»Diese Kirche lockt, sie ist anziehend, ihre Tür ist immer offen, sie hat keine Schwelle, weder real noch symbolisch«, sagte Regionalbischöfin Dorothea Greiner in ihrer Festpredigt zur Einweihung. Nahe der Autobahn wirke die Weidenkirche wie ein »Rastplatz für die Seele«, den jeder nutzen kann.

Weidenkirche soll auch Autofahrer ansprechen

Obwohl die Weidenkirche von Plech direkt bei einer Autobahnausfahrt steht, könne sie formal nicht zur Autobahnkirche erhoben werden, weil sich in Trockau ganz in der Nähe schon eine Autobahnkirche befindet. Trotzdem sei die Weidenkirche eine Kirche nahe der Autobahn, die auch Reisende ansprechen soll, so Greiner.

Dekan Gerhard Schönauer aus Pegnitz nannte die Weidenkirche »ein starkes Zeichen für Glaube und Hoffnung«. In einer Zeit, in der Kirchen geschlossen oder verkauft würden, hätte er sich im Traum nicht vorstellen können, eine neue Kirche einzuweihen. »Das ist ein starkes Zeichen, worüber sich der Himmel freut«, sagte Schönauer.

Weidenkirche mit ökumenischer Wallfahrt eingeweiht

Das Besondere an der Einweihung war, dass eine ökumenische Wallfahrt des römisch-katholischen Dekanats Auerbach und des evangelisch-lutherischen Dekanats Pegnitz unter dem Motto »Gemeinsam wachsen« zur Weidenkirche führte. Das Motto soll das ökumenische Anliegen unterstreichen und natürlich den Bogen zur Weidenkirche spannen, so Pfarrer Christoph Weißmann aus Plech.

Die Wallfahrt führte in drei Zügen von Bernheck, Plech und Ottenhof aus sternförmig zur Weidenkirche, wo der feierliche Einweihungsgottesdienst mit rund 800 Gläubigen gefeiert wurde, ehe ein großes Fest Gelegenheit zur Begegnung gab. An der Weihe nahmen neben Regionalbischöfin Greiner und Dekan Schönauer von katholischer Seite Regionaldekan Josef Zerndl, der Auerbacher Dekan Markus Flasinski sowie der Pfarrer der katholischen Nachbargemeinde Neuhaus, Johannes Nikel, teil. Dekanatskantor Jörg Fuhr aus Pegnitz leitete dazu die vereinigten Posaunenchöre des Dekanats.

Weidenkirche besteht aus 350 Weidensetzlingen

Für die Weidenkirche im Gewerbegebiet Schönthal zwischen Ottenhof und Plech wurden 34 verzinkte Stahlsäulen, jede einzelne jeweils sieben Meter lang verbaut, die schweren Sitzsteine und der Altar stammen aus dem Altmühltal, und die 350 Weidensetzlinge sind im Garten von Pfarrer Christoph Weißmann herangewachsen.

Das Modell für die Kirche hatte der Pfarrer selbst entworfen, die konkrete Planung erfolgte durch Dominik Büttner von einer ortsansässigen Hausbaufirma. Dazu kommen der massive Altar, die Sitzbänke aus heimischem Naturstein, das Fundament und ein Altarbild, das eine Sonne mit einem Kreuz zeigt.

Weidenkirche als Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017

Das Projekt der Weidenkirche Plech wurde bereits im Herbst 2015 geplant und ist ein offizieller Beitrag zum Reformationsjubiläum. Die Kirchengemeinde habe im Marktgemeinderat große Unterstützung gefunden, erinnerte sich Pfarrer Weißmann. Nach den ersten Überlegungen und grundsätzlichen Beschlüssen zur Umsetzung habe das Projekt dann im Frühjahr 2016 Fahrt aufgenommen.

Zahlreiche örtliche Firmen seien für die Erd- und Pflas­ter­arbeiten gewonnen worden. Große Unterstützung für das Projekt sei außerdem vom Kirchenkreis Bayreuth, der Oberfrankenstiftung, der katholischen Kirchenstiftung Bernheck und aus der ganzen Bevölkerung gekommen.

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