München (epd). Bei 23 Beschuldigten wegen Hasskriminalität im Internet hat die Polizei in ganz Bayern am Mittwochmorgen Hausdurchsuchungen durchgeführt. Das teilten die Generalstaatsanwaltschaft München und das bayerische Landeskriminalamt gemeinsam mit. Menschenverachtende Hetze müsse konsequent verfolgt und die Verfasser ermittelt werden, sagte Harald Pickert, Präsident des Bayerischen Landeskriminalamtes. "Der oft rassistische, antisemitische oder frauenfeindliche Hass ist eine ernste Bedrohung", so Pickert.

Bei den Verdächtigen könnten im Einzelfall mehr als zehn Taten, von Beleidigung über Bedrohung bis hin zur Volksverhetzung, erfüllt sein, erklärte Oberstaatsanwalt Klaus-Dieter Hartleb, Hate-Speech-Beauftragter der Bayerischen Justiz. Die Täter würden sich im Internet anonym fühlen. Sie könnten aber ermittelt und ihre Taten zur Anzeige gebracht werden.

Bundesweit waren am Morgen laut bayerischem Innenministerium 90 Wohnungen durchsucht worden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte, dass Hasspostings die Vorstufe für weitere Eskalationen sein können. Hass im Netz werde länderübergreifend mit Schwerpunktaktionen bekämpft, um potentielle Hetzer abzuschrecken. "Das Problem ist das große Dunkelfeld", erläuterte Herrmann, er appellierte an alle von Hass und Hetze Betroffenen, sich umgehend an die Polizei zu wenden.