Würzburg (epd). Ein neues Forschungsprojekt an der Universität Würzburg soll Missbrauchsfälle im Bistum Würzburg dokumentieren und aufarbeiten. Ziel sei es, die Fälle von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfsbedürftigen Erwachsenen seit dem Jahr 1945 aufzuarbeiten, teilten Bistum und Universität am Mittwoch mit. Das Projekt soll der Kirchenhistoriker Dominik Burkhard von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni leiten.

Bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Bistum Würzburg habe sich in den vergangenen Jahren "einiges getan", heißt es in der Mitteilung weiter. So sei unter anderem eine Unabhängige Aufarbeitungskommission gegründet und ein Betroffenenbeirat eingerichtet worden. Mit der neuen Studie erfolge nun ein weiterer Schritt. Er freue sich über das Zustandekommen des ambitionierten Projekts, sagte Bischof Franz Jung bei der Vertragsunterzeichnung mit Uni-Präsident Paul Pauli.

Um die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Studie sicherzustellen, stellt der sogenannte Bischöfliche Stuhl nur die Finanzmittel für das auf fünf Jahre angelegte Projekt zur Verfügung. Universität und Bischöflicher Stuhl hätten zu diesem Zweck eine reine "Zuwendungsvereinbarung" geschlossen. Die Studie soll alle Missbrauchsfälle dokumentieren und Strukturen identifizieren, die Missbrauch ermöglichten. Auch das kirchliche Handeln in diesen Fällen solle eingeordnet werden.