Hilpoltstein (epd). Pilzsucher haben es derzeit schwer: Auf den Wiesen und Weiden in Bayern wachsen bisher nur wenige ihrer Art. Der trockene Sommer erschwere die Suche nach seltenen Wiesenpilzen, teilte der Landesbund für Vogel- und Naturschutz mit. Viele Böden wären noch immer stark ausgetrocknet. Trotz Regens reiche vielerorts die Feuchtigkeit nicht aus, damit die Pilzgeflechte Fruchtkörper bildeten, heißt es in der Mitteilung vom Donnerstag.
Die Trockenheit betreffe aber auch Bayerns Wälder, wo derzeit deutlich weniger Pilze zu finden seien als in normalen Jahren, erklärt der LBV. Problematisch sei vor allem die Zunahme von trockenen Jahren. Einzelne Dürreperioden könnten viele Pilzarten zwar überstehen. Doch wenn Extremereignisse häufiger aufträten und Erholungsphasen ausblieben, könnten ganze Pilzgemeinschaften unter Druck geraten.
Naturschützer erfassen erstmals gefährdete Arten
Einen Grund zur Hoffnung gibt es trotzdem: Das eigentliche Pilzgeflecht lebe verborgen im Boden und könne dort überdauern, bis die Bedingungen wieder günstiger seien, betont der LBV. "Wir hoffen deshalb, dass sich die Pilzsaison lediglich verzögert hat und in den kommenden Wochen noch viele spannende Nachweise gelingen", sagte LBV-Projektmanagerin Lotte Krüger laut Mitteilung. Viel Zeit bliebe allerdings nicht: In höheren Lagen wie dem Bayerischen Wald oder den Alpen könnten bereits ab Mitte Oktober starke Bodenfröste auftreten.
Mit dem Beginn der Pilzsaison startet erstmals auch eine bayernweite Kartierung gefährdeter Wiesenpilze. Der LBV, die Bayerische Mykologische Gesellschaft und die Universität Bayreuth wollen ihr Vorkommen auf LBV-Flächen in ganz Bayern erfassen, teilte der LVB mit. Im Mittelpunkt der Kartierung stehen Wiesenpilze wie Rötlinge oder Erdzungen. Viele dieser teils farbenprächtigen Arten gelten als bedroht und sind wichtige Indikatoren für gesunde Wiesen, Weiden und Feuchtgebiete. Zusätzlich untersucht die Universität Bayreuth Umwelt-DNA aus Bodenproben. So könnten Pilzarten auch dann nachgewiesen werden, wenn sie keine sichtbaren Fruchtkörper bilden.