Der frühere CSU-Chef Erwin Huber hat das am Wochenende vom CDU-Parteitag beschlossene obligatorische soziale Pflichtjahr für junge Leute als "politisch dumm" bezeichnet. Ein solches Pflichtjahr sei "falsch, kostspielig, fachlich problematisch, rechtlich fragwürdig", sagte Huber den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Dienstag).

Ein Altersjahrgang umfasse in Deutschland zwischen 700.000 und 800.000 Menschen - alleine aus organisatorischen Gründen sei ein Pflichtjahr in sozialen, pflegerischen und ökologischen Diensten nicht zu stemmen. "Man kann nicht einfach Schulabgänger ans Bett von Alten und Pflegebedürftigen stellen", sagte Huber. Die Betreuung dieser Pflichtdienstler wäre aufwendig und teuer.

Huber bezeichnete es als "Kapitulation des Sozialstaats", sollten die Pläne der Schwesterpartei Wirklichkeit werden: "Viel besser wäre es, den freiwilligen Einsatz für das Gemeinwesen attraktiver zu machen." Freiwillige seien zudem motivierter als Verpflichtete. Huber sagte, er empfehle der CDU, "diesen Beschluss unter der Rubrik 'Vergessen' abzulegen".