München (epd). Nachdem zehntausende junge Menschen unter dem Motto "Gen Z regelt" am vergangenen Wochenende auf die Straße gegangen sind, gibt es Unterstützung für ihre Anliegen vom Bayerischen Elternverband (BEV). "Wir dürfen nicht länger über junge Menschen reden, ohne mit ihnen zu sprechen. Wer ihre Proteste wahrnimmt, muss auch ihre Sorgen ernst nehmen und Konsequenzen daraus ziehen", forderte der Landesvorsitzende Martin Löwe in einer Erklärung vom Mittwoch.
Junge Menschen bräuchten keine Vertröstungen und Sonntagsreden, sondern verlässliche Perspektiven und die Erfahrung, dass sie ihre Zukunft tatsächlich mitgestalten können, sagte er. Die Bildungskrise sei längst bekannt. Marode Schulgebäude, fehlende Ressourcen, ungleiche Bildungschancen und zunehmende psychische Belastungen prägten den Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Auch Kinderarmut und mangelnde Teilhabe seien nicht nur individuelle Schicksale, sondern eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung.
Löwe: Auf Inhalte statt Ausschreitungen fokussieren
"Wir können es uns nicht leisten, eine ganze Generation mit unzureichenden Bildungschancen zurückzulassen", warnte Löwe. Der BEV fordere deshalb eine grundlegende Überprüfung überholter Schulstrukturen, mehr Zeit für die individuelle Förderung und persönliche Zuwendung sowie bessere Rahmenbedingungen für Lehrende und Lernende. Bildung dürfe weder vom Geldbeutel der Eltern noch von der Postleitzahl oder den baulichen Bedingungen einer Schule abhängen, hieß es. Zudem müsse die Politik Familien stärken, Kinderarmut wirksam bekämpfen und Bildungs- und Teilhabechancen sichern, statt notwendige Unterstützung infrage zu stellen.
"Die junge Generation ist nicht nur die Zukunft unserer Gesellschaft. Sie ist Teil unserer Gesellschaft - heute", appellierte Löwe. Nicht Gewalt und Ausschreitungen, die entschieden abzulehnen seien, dürften die Debatte um die Demonstrationen junger Menschen bestimmen, sondern die Fragen, die dahinterstehen. "Nehmen wir ihre Sorgen ernst, beziehen wir sie in Entscheidungen ein und gestalten wir gemeinsam ihre Zukunft."