Nürnberg (epd). Zum 50-jährigen Bestehen der Evangelischen Fachstelle Alleinerziehende Nürnberg und Nordbayern hat der bayerische Landesbischof Christian Kopp mehr Unterstützung für Alleinerziehende gefordert. Diese leisteten täglich Enormes und stünden oftmals unter hohem Druck, sagte Kopp laut einer Mitteilung der Landeskirche vom Mittwoch: "Gerade deshalb brauchen sie verlässliche Unterstützung und Orte, an denen sie gesehen, gestärkt und begleitet werden", erläuterte er.
Viele alleinerziehende Mütter und Väter stünden vor großen organisatorischen und finanziellen Belastungen, sagte Fachstellenleiterin Karin Mack. Gründe seien fehlende Betreuungsangebote, schwierige Arbeitszeiten, Wohnungsnot sowie Konflikte um das Sorge- und Umgangsrecht: "Viele Alleinerziehende organisieren mit beeindruckender Kraft das Leben ihrer Kinder, Beruf, Haushalt und ihr eigenes Leben." Die Fachstelle wolle diese Leistung sichtbar machen und konkrete Unterstützung bieten.
Von der Treffpunktarbeit zur Fachstelle
Die Einrichtung versteht sich nach eigenen Angaben als Beratungsstelle, Impulsgeberin und Lobby für alleinerziehende sowie getrennt erziehende Familien in Kirche, Diakonie und Gesellschaft. Die Arbeit begann 1976 mit gemeindebezogenen Gruppenangeboten im evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirk Nürnberg, hieß es. Über die Jahre seien zahlreiche Treffpunkte in der Region entstanden. Seit 2011 führt die Initiative ihren heutigen Namen und ist im "eckstein", dem Haus der evangelischen Kirche in Nürnberg, angesiedelt.