Augsburg (epd). Die christliche Sehnsucht nach Einheit und Frieden hat der bayerische Landesbischof Christian Kopp beim Auftaktgottesdienst zur europäischen Regionalkonferenz des Lutherischen Weltbunds betont. Gemeinsamkeit und Miteinander gehörten zum Traum, "den Christinnen und Christen seit Beginn der Jesuszeit in ihren Herzen tragen", sagte Kopp laut Predigtmanuskript am Dienstag in der evangelischen Kirche St. Anna in Augsburg. Auch wenn die LWB-Mitgliedskirchen "nicht in allen Details des christlichen Glaubens oder der Ethik übereinstimmen", halte man am "Geist der Einheit und dem Band des Friedens fest".
Seit Dienstag (6. Oktober) treffen sich knapp 80 Vertreterinnen und Vertreter aus 40 europäischen LWB-Mitgliedskirchen zu einer viertägigen Konferenz in Augsburg. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Vorbereitung der Feierlichkeiten zu 500 Jahre "Confessio Augustana" im Jahr 2030. Auch die Vollversammlung des Lutherischen Weltbunds, dem 149 Kirchen in 99 Ländern angehören, findet 2030 in Augsburg statt.
Wunsch nach Einheit kann große Kraft entfalten
In seiner Predigt verwies Kopp mit Blick auf die Friedensbewegung in der ehemaligen DDR auf die Kraft, die aus dem Wunsch nach Einheit entstehen könne. Die Menschen seien in Friedensgebete und Demonstrationen gegangen "mit dem Geist der Unity". Zugleich zeigten die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen in ostdeutschen Bundesländern auch, dass die Menschen dort das Gefühl hätten, "marginalisiert und benachteiligt zu sein gegenüber dem Westen", sagte Kopp. Die Wiedervereinigung habe nicht in allen Punkten "zur Einheit des Geistes und dem Band des Friedens" geführt und sei deshalb "noch nicht vollendet."
Angesichts des weltweit erstarkenden Rechtspopulismus und der Resignation vieler Menschen seien Brückenbauer und Hoffnungsträger wieder dringend vonnöten. Das sei die Aufgabe, die Gott den Christen weltweit gebe: "Lasst uns laut sein und lasst uns friedlich sein. Wir können das."