München (epd). Der bayerische Landesverband des Deutschen Mieterbundes (DMB) fordert die Mitglieder des Bundesrats dazu auf, am Freitag (25. September) gegen die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Kürzungen des Wohngeldes zu stimmen. "Leistungskürzungen senken keine Mieten und schaffen keine einzige zusätzliche Wohnung", sagte die Vorsitzende des Landesverbands, Beatrix Zurek, laut Mitteilung vom Donnerstag. Vielmehr erhöhten sie das Risiko von Mietrückständen und Wohnungsverlust. Die geplanten Einsparungen beim Wohngeldetat in Höhe von 45 Prozent seien "unverhältnismäßig und ein sozialpolitischer Rückschritt".
Den Angaben des DMB zufolge sind 93 Prozent aller Wohngeldempfänger Mieterhaushalte, vor allem Rentner, Familien und Alleinlebende. "Diese Menschen verfügen über wenig finanziellen Spielraum und müssen angesichts steigender Wohnkosten dringend unterstützt werden", so Zurek. Der Mieterbund gehe zudem von bis zu 500.000 deutschen Haushalten aus, die im Zuge der Reform aus dem Wohngeldbezug herausfallen könnten und dann auf andere Leistungen angewiesen wären - rund 120.000 Haushalte mehr als im Regierungsentwurf veranschlagt. Wer den Sozialstaat wirklich entlasten will, muss aus Sicht des DMB in dauerhaft bezahlbaren Wohnraum investieren.