Erlangen (epd). Wer will nicht in die Zukunft blicken: Chinesisches Fengshui, Ritualmagie, Vodun in Westafrika oder kabbalah ma'asit in Israel versprechen die Vorhersagen des Lebenswegs. Nun will eine Forschungsgruppe unter Leitung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) esoterische Praktiken in einem interdisziplinären Projekt untersuchen, teilte die FAU am Dienstag mit. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) werde das Projekt in den nächsten vier Jahren mit 3,7 Millionen Euro fördern.
Die Wissenschaftler wollen herausfinden, warum die esoterischen Praktiken "auch heute noch in unterschiedlichen kulturellen und regionalen Kontexten erfolgreich sind", sagte der Sinologe Michael Lackner, Direktor des Internationalen Kollegs für Geisteswissenschaftliche Forschung "Schicksal, Freiheit und Prognose. Bewältigungsstrategien in Ostasien und Europa". "Mittelfristig soll so eine Kulturtheorie esoterischer Praktiken entstehen", kündigte er an. Mit der könne dann erklärt werden, warum die Praktiken auch heute noch widerstandsfähig sind.