Wer dieser Tage um halb fünf Uhr morgens wach ist – freiwillig oder nicht –, der sollte den Blick kurz vom Smartphone nehmen und gen Osten schauen. Dort zieht derzeit ein Komet seine Bahn, der immerhin mit dem Fernglas zu erkennen ist.
Der Komet C/2025 R3, in der Fachwelt auch unter dem griffigeren Namen Panstarrs bekannt, ist bei klarer Sicht deutschlandweit zu beobachten. Am günstigsten ist die Sicht etwa 90 Minuten vor Sonnenaufgang, flach über dem östlichen Horizont.
Uwe Pilz, Vorsitzender der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) mit Sitz im hessischen Bensheim, empfiehlt ein herkömmliches Fernglas – reines Drauflosschauen genügt allerdings nicht: "Man findet den Kometen nicht einfach so, man braucht eine Sternenkarte", wird Pilz von der Deutschen Presseagentur (dpa) zitiert. Wer lieber digital vorgeht, kann auch eine App nutzen, sofern er die genaue Bezeichnung des Kometen kennt. Die Koordinaten sind zudem auf der Website der Sternfreunde abrufbar.
Beobachtungsfenster für Komet schließt sich
Wer den Stern findet, sollte die Erwartungen moderat halten. Die Sichtbarkeit verschlechtert sich von Tag zu Tag, da sich Panstarrs der Sonne nähert. Anfang kommender Woche dürfte sich das Beobachtungsfenster endgültig schließen.
Am 26. beziehungsweise 27. April – die Quellen weichen hier voneinander ab – erreicht der Komet seinen erdnächsten Punkt, auf dann nur etwa die halbe Entfernung Erde–Sonne. Heller wird er dabei noch werden: Sein Perihel, also den sonnennächsten Punkt, durchläuft er am 20. April in einem Abstand von rund 76 Millionen Kilometern.
Ob er dann mit bloßem Auge sichtbar sein wird, lässt sich nicht seriös vorhersagen – die Helligkeitsprognosen schwanken erheblich. Günstig ist immerhin, dass am 17. April Neumond ist, was den Himmel merklich dunkler macht.
Eigentlicher Hoffnungsträger zerbrochen
Dass Panstarrs überhaupt im Rampenlicht steht, hat einen etwas traurigen Grund: Der eigentliche Hoffnungsträger des Jahres, Komet C/2026 A1 (MAPS), ist bei seiner Annäherung an die Sonne zerbrochen. Als sogenannter Sonnenkratzer flog er in nur 162.000 Kilometer Abstand an der Sonne vorbei – und überstand das nicht.
Er hätte zur Familie der Kreutz-Kometen gehört, aus der schon beeindruckende Erscheinungen hervorgegangen sind: C/1965 S1 (Ikeya-Seki) war tagsüber mit bloßem Auge sichtbar und gilt bis heute als hellster Komet des 20. Jahrhunderts.
PanSTARRS ist immerhin ein würdiger, wenngleich bescheidenerer Ersatz – für alle, die früh aufstehen müssen sowieso: Man kann es auch als kosmische Entschädigung betrachten.