Am 9. Juni 2024 können die deutschen Wähler*innen ihre Stimme zur Europawahl abgeben. Expert*innen sind sich einig, dass eine richtungsweisende Wahl ansteht. Die Demokratie in Europa ist bedroht wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Rechtsextreme und Rechtspopulisten gewinnen immer mehr Einfluss, und dieser Trend könnte sich auch bei den Wahlen zum Europaparlament fortsetzen. 

Und wie halten es die Parteien – frei nach Goethes berühmter Gretchenfrage – mit der Religion? Wie positionieren sie sich zu Themen wie GlaubeSchöpfungchristliche Kirchen oder Feiertage? Wir haben bei den im Europaparlament vertretenen deutschen Parteien nachgeschaut. Im ersten Teil unseres Religions-Checks zur Europawahl geht es um das Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)

Kein Gott?

Bei den Sozialdemokraten muss man sehr lange suchen, um irgendeinen Bezug zu Religion und Glaube zu finden – von der Kirche ganz zu schweigen. Um genau zu sein, findet sich auf den 51 Seiten Europawahlprogramm nicht eine einzige Erwähnung. Nichts, nada, niente. Kein Glaube, keine Religion, keine Religionsgemeinschaft. 

Weder im positiven noch im negativen Sinn erwähnt die SPD Religionsgemeinschaften. Am nächsten kommt sie dem Thema noch, wenn sie Antisemitismus neben Rassismus, Homophobie und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (ein schrecklicher Begriff, ja) verurteilt. 

Fazit

Das Fazit fällt dementsprechend knapp aus: Die Sozialdemokratie interessiert sich 2024 offenbar überhaupt nicht für Religion, Glaube und Kirche. Oder sie hält sie zumindest für Privatsache und sieht sie nicht als politische Angelegenheit. 

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