Die neue Schulbuchreihe "Ortswechsel PLUS" des Claudius-Verlags für den evangelischen Religionsunterricht an Gymnasien in Bayern ist abgeschlossen. Mit dem Erscheinen von Band 13 liegt für die Jahrgangsstufe 13 im Schuljahr 2025/26 ein vollständiges Werk vor – und das als einziges auf dem bayerischen Markt.
Rückblickend erinnert sich Heidrun Barth vom Claudius-Verlag an die besondere Situation beim Start der Reihe: "Zur Zeit des letzten Lehrplans hatten wir keinerlei Konkurrenz in Bayern. Als 2017 jedoch der neue Lehrplan eingeführt wurde, brachten vier Verlage ein Schulbuch für das Gymnasium heraus – Klett, Vandenhoeck & Ruprecht (VR), C.C. Buchner und wir." Schon in der Anfangsphase konnte sich der Claudius-Verlag mit seiner Reihe klar behaupten. Die Bücher erschienen zuverlässig pünktlich, wurden pro Klassenstufe am häufigsten verkauft und überzeugten mit ihrer klaren Konzeption. Nach dem Erscheinen von Band 8 zogen sich Klett und V&R aus dem Wettbewerb zurück.
Auch wenn keine exakten Zahlen zu den beteiligten Gymnasien vorliegen, lässt sich anhand der Verkaufszahlen und der Schülerzahlen schließen, dass eine deutliche Mehrheit der bayerischen Gymnasien mit "Ortswechsel PLUS" arbeitet. Die Reihe steht für eine lebensnahe, theologisch fundierte und didaktisch durchdachte Form des Religionsunterrichts. Sie nimmt die Lebenswelt der Jugendlichen ernst, fördert selbstständiges Denken und verzichtet auf vorgefertigte Antworten zugunsten echter Denkanstöße.
Blumtritt: "Lebensnahe Konzeption"
Für Oberkirchenrat Stefan Blumtritt war die Entwicklung der Reihe von Beginn an eine zukunftsweisende Entscheidung: Ziel sei es gewesen, "eine mutige, frische und absolut lebensnahe Konzeption für den Religionsunterricht im G8 zu entwickeln". Die Resonanz war überwältigend: Lehrkräfte wie Schülerinnen und Schüler zeigten sich begeistert, und der Erfolg führte zur umfassenden Überarbeitung der Reihe für das G9 – als "Ortswechsel PLUS". Das "Plus" steht dabei nicht nur für die Anpassung an den neuen Lehrplan, sondern für eine konsequente Weiterentwicklung mit erweitertem Inhalt, klarem Design und ungebrochener didaktischer Qualität.
Blumtritt nennt zentrale Merkmale, die den Erfolg der Reihe ausmachen: ihre konsequente Lebensweltorientierung, elementare Zugänge zu theologischen Fragen ohne Vereinfachung, eine ungezwungene Kompetenzorientierung sowie das Prinzip, Impulse zu geben statt fertige Antworten zu liefern. In einer Zeit, "in der man überall so schnell Antworten bekommt, ohne selbst denken zu müssen", sei es von unschätzbarem Wert, Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken und zur eigenen Meinungsbildung anzuregen. Die Materialien der Reihe seien stark, überraschend und eröffneten echte Diskussionsräume.
Jeder Band der Reihe trägt einen eigenen Untertitel, oft mit charmantem Wortspiel, das einen besonderen Aspekt hervorhebt – ein Hinweis auf die durchdachte Gestaltung und die didaktische Tiefe. Der "Ortswechsel" wird so selbst zum pädagogischen Prinzip: ein Perspektivwechsel, der Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Fragen des Glaubens in Beziehung zu ihrem Leben zu setzen.
Verkaufszahlen
Dass diese Konzeption auch am Markt überzeugt, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Die ursprüngliche "Ortswechsel"-Reihe (G8) wurde zwischen 2007 und 2014 über 170.000 Mal verkauft. Die Weiterentwicklung "Ortswechsel PLUS" (seit 2017 für das G9) knüpft nahtlos an diesen Erfolg an: Bereits über 107.000 Exemplare wurden bisher abgesetzt – obwohl die Reihe in einem deutlich kompetitiveren Umfeld steht. Besonders bemerkenswert ist der Vergleich der jeweiligen Band-5-Ausgaben: Während der erste Band 5 über zehn Jahre rund 26.000-mal verkauft wurde, verzeichnete der neue Band 5 der "Ortswechsel PLUS"-Reihe in nur acht Jahren rund 14.000 verkaufte Exemplare – trotz mehr Wettbewerb und geänderter Marktbedingungen.
Für Oberkirchenrat Blumtritt ist "Ortswechsel PLUS" weit mehr als ein Lehrbuch. Es sei ein Medium im ursprünglichen Sinne: ein Raum zwischen Sender und Empfänger, der Zugänge erschließt und Welten öffnet. In der evangelischen Tradition seien Bücher immer auch heilige Räume gewesen: "Man schlägt eins auf – und wenn es gut ist, betritt man eine neue Wirklichkeit." Genau das gelinge "Ortswechsel PLUS": Schülerinnen und Schülern wird ein Raum eröffnet, in dem Gespräche über Glauben, Leben und persönliche Haltung möglich werden.