LUV-Kurs

Was hat mich geprägt? Was ist mein größter Wunsch? Inwiefern kann Spiritualität Tiefe und Kraft ermöglichen? Wie kann meine Lebensreise weitergehen?

Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Inspirations-Workshop LUV, der ursprünglich vom Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers konzipiert wurde. Der Titel des Kurses, "LUV", entstammt der Seemannssprache und heißt "dem Wind zugeneigt".

Unter dem Motto "Tiefer ins Leben" leiten die Pfarrerinnen Laura Poirot und Rahel Peirera in der Passionszeit 2024 gemeinsam mit Larissa Launhardt von sonntagsblatt.de, JUST münchen und der kirchlichen Start-up-Initiative Munich Church Refresh eine digitale Ausgabe des erprobten LUV-Formats. 

Mit diesem wöchentlichen Angebot wollen die beiden Pfarrerinnen anderen die Möglichkeit geben, in der Fastenzeit bewusst innezuhalten und tiefer in die eigene Lebensbiografie einzutauchen. Hier berichtet Laura Poirot jede Woche von ihren Erlebnissen rund um den LUV-Kurs.

Am ersten LUV-Abend erinnerte ich mich an meine Kindheit. Das lag nicht am Inhalt des ersten Abends und auch nicht an den Teilnehmenden. Es lag ganz banal daran, dass es um Münzen ging.

Als 2002 der "Euro" als Währung eingeführt wurde, sammelte ich als Grundschülerin Münzen aus den verschiedenen EU-Ländern in einem großen blauen Buch. Die Münzprägungen waren je nach Land und manchmal auch je nach Münz-Art unterschiedlich. Alle Prägungen zeigten etwas von der Identität der jeweiligen Nation.

Euro-Sammelmünzbuch

Beim ersten LUV-Abend kam mir die Erinnerung an mein Euro-Sammelmünzbuch aus Kindheitstagen wieder in den Sinn. Ich saß vor dem Zoom-Bildschirm, begutachtete eine Münze, die ich in der Hand hielt, um den Teilnehmenden auf den Zoomkacheln von Prägungen im Leben zu erzählen.

Die Münze steht dabei symbolisch für das Leben. Ähnlich wie die Münze gibt es Menschen und Dinge, die das eigene Leben sichtbar geprägt haben: Die Lehrerin, die immer daran geglaubt hat, dass man den Schulabschluss schafft. Oder der Freund, durch den sich das Leben zum Positiven gewandelt hat.

Prägungen des eigenen Lebens

Zugleich gehören auch unschöne Prägungen und Erfahrungen zum Leben dazu: Manche wurden beispielsweise oft als Letzte im Sportunterricht gewählt, erlebten Ausgrenzung oder im schlimmsten Fall Missbrauch und Gewalt. Manche negative Prägungen bleiben wie dunkle Schatten am Leben kleben.

Andere sind im Laufe der Zeit zu etwas Besonderem geworden, als hätte sich Goldstaub darauf niedergelegt. Damit meine ich negative Erfahrungen, die man im Laufe der Zeit anders bewertet. Vielleicht haben sie sogar eine geheime Superkraft in einem geweckt, ohne die man nicht die Person geworden wäre, die man heute ist.

Was hat mich geprägt?

An unserem LUV-Workshopabend teilten wir in verschiedenen Gesprächsrunden unsere Prägungen und hörten einander zu. Viele hatten danach das Gefühl, nicht allein zu sein.

Ich bemerkte, dass unsere Leben irgendwie gleich und doch so einzigartig sind - ganz wie eine Münze.

Ich will mir jedenfalls nochmal Zeit nehmen, um der Frage auf den Grund zu gehen: "Was hat mich geprägt?".

Kommentare

Diskutiere jetzt mit und verfasse einen Kommentar.

Teile Deine Meinung mit anderen Mitgliedern aus der Sonntagsblatt-Community.

Anmelden