2.06.2017
Pfingsten & Feiertage

Pfingstbotschaften bayerischer Bischöfe 2017

Der Heilige Geist hat die Kraft, aus der Traurigkeit herauszuführen: Das ist die Pfingstbotschaft von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.
Pfingsten: Kirchenfenster mit Darstellung des Heiligen Geistes

Der Heilige Geist hat die Kraft, Menschen aus der Traurigkeit zu führen, so der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm in seiner Pfingstbotschaft. 50 Tage nach Ostern sei der Heilige Geist wie ein Brausen über die Jünger Jesu gekommen, die nach Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu alleine zurückgeblieben waren.

"Sie machten die Erfahrung, dass eine Kraft kommt, die sie nicht erwartet hatten."


Der Heilige Geist, so Bedford-Strohm, wirke heute nicht nur in glücklichen Momenten und Festgottesdiensten, sondern auch "in den Dunkelheiten, die wir in der Welt und in unserem persönlichen Leben erfahren".

Anschlag auf koptische Christen

Bedford-Strohm erinnerte an den Anschlag auf koptische Christen vor zehn Tagen in Ägypten, bei dem auch Kinder im Kugelhagel starben. 

"Wir können die Pfingstbotschaft nicht hören, ohne all das Leiden an uns heranzulassen, das gerade Christen in ganz unterschiedlichen Teilen der Welt in diesen Zeiten trifft. Sie sind Opfer von Menschen, die meinen, sie täten Gott mit ihrem Morden einen Dienst. Obwohl das, was sie tun, die größte Gotteslästerung ist, die man sich vorstellen kann."

 

Bischof Schick warnt vor Terrorismus und Rassismus

Pfingsten steht nach Überzeugung des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick gegen die "Ungeister unserer Zeit" wie Terrorismus, Rassismus, Nationalismus oder die Umweltverschmutzung. Denn an Pfingsten habe Gott seinen guten Geist in die Welt gesandt, um das persönliche Leben der Menschen wie auch die Gesellschaft zu erneuern, sagte Schick in seiner Predigt im Wallfahrtsort Marienweiher. Auch wenn der "Heilige Geist" nicht sichtbar sei, sei sein Wirken zu spüren im Zusammenleben und im Umgang der Menschen.

In der politischen Debatte um das Eindämmen des Terrorismus warnte Schick davor, Sicherheit gegen Gerechtigkeit auszuspielen. Der Wunsch der Menschen nach Sicherheit sei zwar verständlich, dürfe aber nicht zu Abschottung oder Einbunkerung führen.

Wer Sicherheit im Vertrauen auf Gott spüre, könne auch Gerechtigkeit für alle Menschen suchen und sich beispielsweise für ein gerechtes Steuer- und Bildungssystem und Generationengerechtigkeit einsetzen. "Wir dürfen diese Themen für unsere Gesellschaft nicht vernachlässigen", mahnte der katholische Theologe.

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