"Ich mag keine Religion. Oder besser: Ich mag keinen Religionsunterricht", schrieb mir ein Schüler zu Beginn des Schuljahres in seiner Rückmeldung.
Ich hatte diese Klasse noch nicht unterrichtet, aber ich hatte ihnen die Aufgabe gegeben, ihre Wünsche und Erwartungen an den Religionsunterricht zu formulieren, damit ich diesen ein wenig darauf abstimmen kann.
Ehrlichkeit als wichtiger Anfang im Religionsunterricht
Der Schüler schrieb insgesamt zwar relativ wenig, aber vor allem schrieb er: "Ich mag keinen Religionsunterricht." Man könnte nun denken, das sei ziemlich frech oder er verweigere sich völlig.
Ich habe mich jedoch gefreut, dass er mir als seinem neuen Religionslehrer so offen schrieb.
So viel Vertrauen. So viel Ehrlichkeit. Und das, obwohl wir uns erst ein- oder zweimal gesehen hatten.
Warum auch Ablehnung Raum bekommen muss
Wahrscheinlich werde ich es nicht schaffen, dass Religion zu seinem neuen Lieblingsfach wird. Aber ich möchte für ihn und die gesamte Klasse immer wieder einen Raum für Ehrlichkeit im Religionsunterricht öffnen.
Und es muss auch Platz dafür sein, keinen Religionsunterricht zu mögen – gerade im Religionsunterricht, denn das ist oft der Anfang der Auseinandersetzung mit diesem Fach.