24.02.2020
Fastenzeit

Bayerische Fastenaktion 2020 unterstützt Osteuropa

Die bayerische Fastenaktion 2020 sammelt Spenden für Osteuropa. Unterstützt werden sollen Seniorinnen und Senioren in Rumänien.
Landwirtschaft Rumänien Hetzeldorf

Die Fastenaktion der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern widmet sich 2020 dem Leben im Alter in Osteuropa. Die Spendenaktion sammelt Geld für die Seniorenarbeit in Rumänien.

Viele Menschen in Rumänien leiden unter Altersarmut. Der Mindestlohn liegt bei knapp 300 Euro, die Mindestrente beträgt oft nur noch die Hälfte, Sozialhilfeempfänger müssen oft mit 30 Euro auskommen. Die meisten Menschen sind daher angewiesen auf einen Garten oder ein Feld, das sie selbst bestellen.  Häufig sind jüngere Familienmitglieder nach Deutschland ausgewandert, die ältere Generation lebt deshalb fast alleine auf dem Land.

Fastenaktion Bayern 2020 für Seniorenheime in Rumänien

Die Kirchengemeinden spielen in Rumänien in der Seniorenarbeit eine bedeutende Rolle.  Sie bieten einen Besuchsdienst an, eine "Küche auf Rädern" oder auch den Transport zum Sonntagsgottesdienst. Außerdem leiten sie eine ganze Reihe von Seniorenheimen.

Die Fastenaktion der bayerischen Landeskirche 2020 soll vor allem die Seniorenheime "Schweischer" und "Hetzelsdorf" in Siebenbürgen unterstützen. In beiden Häusern muss die Wasser- und Elektroinstallation dringend verbessert werden, hinzu kommen neue Brandschutzauflagen, die zum Weiterbetrieb der Einrichtungen dringend erneuert werden müssen, wie die bayerische Landeskirche erklärte.

Alle Termine der Fastenaktion Bayern 2020 auf einen Blick:

FREITAG, 6. MÄRZ
19.00 Uhr – Christuskirche: Musikalische Abendandacht mit der Delegation der Evangelischen Kirche in Rumänien
Alle Veranstaltungen im Evangelischen Zentrum, Klostergasse 4, Neumarkt


SAMSTAG, 7. MÄRZ
10.00 - 12.00 Uhr – Klostersaal:  Thementag „Würdiges Leben im Alter“ mit Vertretern des öffentlichen Lebens
19.00 Uhr – Christuskirche Konzert des Bläserensembles philharmenka


SAMSTAG, 7. MÄRZ
20.15 Uhr – Klostersaal: Bayerisch-Siebenbürgischer Festabend mit bayerischen & siebenbürgischen Schmankerln


SONNTAG, 8. MÄRZ
10.00 Uhr – Christuskirche: Festgottesdienst mit Abendmahl, Predigt: Bischof der Evangelischen Kirche in Rumänien,
Eröffnung der Fastenaktion: Oberkirchenrat Michael Martin; anschließend Fastenessen für Alle

Die Aktion erfolgt in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Bayern, dem Gustav-Adolf-Werk und dem Martin-Luther-Verein. Sie wird am 8. März mit einem Festgottesdienst in der Christuskirche in Neumarkt in der Oberpfalz eröffnet. Predigen wird der Bischof der Evangelischen Kirche in Rumänien Reinhard Guib. Gemeinsam eröffnet er dann mit Oberkirchenrat Michael Martin die Fastenaktion.

Projekt 1: Strom- und Wasserversorgung für das Seniorenheim Schweischer

Bewohner im Seniorenheim Schweischer

"Die Alten sind hiergeblieben, als die Menschen in den 90er Jahren Siebenbürgen Richtung Deutschland verlassen haben", sagt Mihaela Aldea. Sie leitet das Altenheim der Evangelischen Kirche in der Ortschaft Schweischer/Fișer (Kreis Kronstadt/Brașov). Heute betreut sie 30 Bewohnerinnen und Bewohner mit einem Team von 13 Mitarbeitenden.

"Uns geht es um den Menschen und seine Bedürfnisse", ergänzt sie, und erklärt: "Neben der alltäglichen körperlichen Fürsorge und der medizinischen Versorgung stehen die seelsorgerliche Betreuung und Beratung, sowie Andachten, Gottesdienste und gemeinschaftliche Veranstaltungen zur Förderung der Kommunikation auf dem Tagesplan. In unserem Haus wird spazieren gegangen, geplaudert, gelesen, gestritten, gelacht, geweint, getrauert, bedauert, gehäkelt, genäht, gestrickt, ferngesehen, gewartet, gehofft und gejätet. Ja, auch gejätet, denn in dieser besonderen Wohngemeinschaft hilft jeder, der es kann, mit! Im Rahmen seiner gegebenen Möglichkeiten darf jeder das Haus, den Hof und den Garten mitpflegen und sich in eine kleine Landwirtschaft mit Nutztieren einbringen."

Mit der Fastenaktion soll unter anderem die Strom- und Warmwasserversorgung im Haus stabilisiert und die Wohnräume der Bewohnerinnen und Bewohner modernisiert werden.

Projekt 2: Heizung und Sonnenkollektoren für das Seniorenheim Hetzeldorf

Bewohner im Seniorenheim Hetzeldorf

Das Altenheim Hetzeldorf ist eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft: Gemeinsam arbeiten die ca. 30 Bewohnerinnen und Bewohner in der eigenen Landwirtschaft. Jede und jeder hat seine Aufgaben. "Ich bringe jeden Morgen den Esel 'Tschuschi' auf die Weide", sagt Klaus Gottschling, der jüngste Bewohner des Altenheims. "Tschuschi" ist eigentlich kein Esel, sondern ein kleines Pony. Es gehört genauso dazu wie die Schweine und die Schafe. Die Anlagen des Altenheims sind einfach und in die Jahre gekommen. Eine neue Heizung soll die Lebensqualität dort spürbar verbessern. Außerdem sollen Sonnenkollektoren und eine Photovoltaikanlage einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Vieles gelingt in Hetzeldorf nur, weil sich Ehrenamtliche engagieren. Doch für größere Maßnahmen muss Hilfe von außen kommen, zum Beispiel im Rahmen der Fastenaktion.

Evangelische Kirche in Rumänien (EKR)

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien (EKR) aus der historischen Volkskirche der Siebenbürger Sachsen hervorgegangen. Durch Massenauswanderung hat sie sich von der Volkskirche zur Diasporakirche entwickelt, die 2018 ungefähr noch 11.600 Mitglieder zählte.

Die größten Stadtgemeinden (Sibiu/Hermannstadt, Brașov/ Kronstadt, București/Bukarest, Mediaș/Mediasch, Sighișoara/ Schäßburg) pendeln um die Tausend-Mitglieder-Marke, während in ehemaligen siebenbürgisch-sächsischen Dörfern jeweils nur ganz wenige Menschen geistlich betreut werden. Heute ist das Stichwort "Gemeinschaft" ein besonderes "Markenzeichen" der EKR. So fällt der EKR im Rahmen des Dienstes an der Gemeinschaft und ihrer diakonischen Projekte in Rumänien eine Vorreiterrolle zu. Als kleine Kirche kann sie kein umfassendes Netz sozialer Arbeit aufbauen, aber jedes ihrer Projekte hat Leuchtturmcharakter für die Gesellschaft:

Sei es die Arbeit mit behinderten und benachteiligten Kindern in Alba Iulia (Karlsburg), das Hospiz für Erwachsene und Kinder in Hermannstadt, Essen auf Rädern in Kronstadt oder aber die Altenheime in Hezteldorf (Ațel), Scholten (Cenade), Schweischer (Fișer) und Hermannstadt. Anhand dieser Altenheime lernt die traditionalistisch geprägte Gesellschaft Rumäniens, dass Altenheime guter Lebensraum sein können und keine Abschiebestation für unerwünschte Alte!

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