29.11.2019
Kirchenmusik

EKD-Referentin Susanne Hasselhoff: So läuft die Arbeit am "Neuen evangelischen Gesangbuch"

Das Evangelische Gesangbuch (EG) wird am ersten Advent 25 Jahre alt - und für seinen Nachfolger werden bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gerade die ersten Weichen gestellt. Wie weit die Anfänge gediehen sind, weiß Susanne Hasselhoff, Referentin für das "Neue evangelische Gesangbuch" im Kirchenamt der EKD.
Auf dem Weg zur Gesangbuch-App: Gesangbuch mit Smartphone.
Ein digitalisiertes Gesangbuch bietet viele Möglichkeiten, ist aber gar nicht so leicht zu machen. Vor allem Rechtefragen sind problematisch.

Frau Hasselhoff, alle 30 bis 35 Jahre gibt es ein neues Gesangbuch - so lautete lange die Devise. Wie weit sind die Arbeiten an einer Neufassung?

Susanne Hasselhoff: Die Vorarbeiten zu einem neuen gemeinsamen Gesangbuch aller Landeskirchen sind geschafft. Vor kurzem konnte bei der EKD das neue Referat "Evangelisches Gesangbuch" seine Arbeit aufnehmen. Es wird etwa acht bis zehn Jahre dauern, bis ein neues Gesangbuch in gedruckter Form vorliegen wird. Eine digitale Version wird vermutlich früher verfügbar sein.

Wer darf bei einer Revision des Gesangbuchs alles mitmachen?

Hasselhoff: Das Gesangbuch wird von einer Kommission, die der Rat der EKD beruft, erarbeitet. Diese Kommission besteht aus vielen thematischen Arbeitsgruppen, die sich beispielsweise mit den Themenfeldern "Lieder", "Tagzeitengebete", "Liturgisches", "Digitalisierung" oder "Begleitpublikationen und -projekte" beschäftigen. Die Mitglieder der Kommission kommen aus allen Landeskirchen der EKD, den musikalischen Verbänden und den Kirchen, die sich auch bislang das Gesangbuch mit der EKD teilen, wie die Evangelische Kirche A.B. in Österreich.

Welche Dinge will man auf alle Fälle bewahren, was auf jeden Fall erneuern?

Hasselhoff: Was auf jeden Fall anders sein wird als beim bekannten Gesangbuch, sind seine digitalen Formate, die auch schon im Verlauf der Entstehung getestet werden sollen. Bleiben wird aber sicher auch die Buchform.

Denn bei aller praxis- und alltagsorientierten Digitalisierung will Kirche eben manchmal ein Ort des (Smartphone-) Abschaltens und der Andacht bei Kerzen- statt Bildschirmlicht sein. Die inhaltliche Beratung startet im nächsten Jahr. Ob der nächste ökumenische Kirchentagshit aus dem Jahr 2021 dabei ist, wird dann wohl in fünf bis sechs Jahren entschieden werden. Die einzelnen Schritte des Prozesses werden auf der Website der EKD veröffentlicht.

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Christoph Reinhold Morath
Autor
Am 1. Advent 1994 wurde das Evangelische Gesangbuch in Bayern, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern eingeführt. Was für den Protestanten lieb und teuer und "völlig normal" ist, hat natürlich eine Vorgeschichte, die manche der an der Entstehung Beteiligten fesselnd fanden, während andere sich an endlose Diskussionen über den Inhalt der 1624 Seiten erinnern. Eines eint die Väter und Mütter des EG: es hat in ihrem Leben seine Spuren hinterlassen – und die wirken bis heute noch fort.