27.03.2019
Landessynode Lindau

Evangelische Kirche in Bayern will Klima besser schützen

Bei der Frühjahrstagung 2019 der bayerischen Landessynode in Lindau hat die Landeskirche ein Klimaschutzkonzept vorgestellt. Darin sind unter anderem mehr als 20 Vorschläge enthalten, wie Kirchengemeinden, Dienste, Einrichtungen und Mitarbeiter den CO2-Ausstoß verringern können.
Ökologischer Fußabdruck

Bei Aktivitäten und in Einrichtungen der bayerischen Landeskirche entstehen jährlich rund 75.400 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Das geht aus der Vorlage für ein "integriertes Klimaschutzkonzept" der Kirche hervor, das Oberkirchenrat Detlev Bierbaum der in Lindau tagende evangelischen Landessynode vorgestellt hat. Die Menge entspreche dem CO2-Ausstoß, der bei der Produktion von 18.000 VW Golf entstehe, heißt es in dem Papier. 

Bayerische Landeskirche legt erstmals Gesamt-Treibhausbilanz vor

Erstmals könne die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) eine solche Gesamt-Treibhausbilanz vorlegen und daraus Maßnahmen ableiten, wie Kirchengemeinden, Dienste, Einrichtungen und Mitarbeiter zum Klimaschutz beitragen können. Das Klimaschutzkonzept ziele auf alle 1.538 Kirchengemeinden mit ihren rund 2,4 Millionen Gemeindemitgliedern sowie kirchliche Einrichtungen.

Ziel sei es, "einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und dabei der Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung und künftigen Generationen gerecht zu werden", heißt es in den Konzept. Überdies wolle die Kirche damit Transparenz schaffen "über den Treibhausgas-Fußabdruck der ELKB".

Rund 89 Prozent der CO2-Emissionen der Kirche entstehen demnach durch die Wärmeversorgung der Gebäude - also etwa Kirchen, Kapellen, Gemeinde- und Pfarrhäusern oder Kindertagesstätten. Die restlichen elf Prozent entfallen auf den Mobilitätsbereich, vor allem auf das tägliche Pendeln der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Klimaschutzkonzept mit mehr als 20 Vorschlägen

Das Klimaschutzkonzept enthält einen Katalog von mehr als zwanzig Maßnahmen, mit dem der CO2-Ausstoß in diesen Bereichen verringert werden kann. Dazu zählen im Gebäudebereich etwa die energetische Modernisierung, der Austausch von Kirchenheizungen oder die Umstellung von in die Jahre gekommenen Beleuchtungen. Auch ein höherer Anteil an Ökostrom helfe, das Klima zu schützen.

Bei der Mobilität sei Klimaschutz unter anderem durch weniger Dienstreisen möglich. Auch ein Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel bei Geschäftsreisen und beim Pendeln der Mitarbeiter spare CO2 ein. Eine Rolle könne darüber hinaus der Einsatz von Elektrofahrzeugen in Kirchengemeinden oder kirchlichen Einrichtungen spielen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen, so heißt es in dem Konzept, sollen dabei "als Quelle der Inspiration und Information für die Gemeinden dienen". Die Landessynode, die am Donnerstag mit Beschlüssen zu Ende geht, muss über die weiteren Schritte für den Klimaschutz und die Finanzierung der Maßnahmen entscheiden. 

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