Vom Star-Wars-Gottesdienst bis zu "Gott in der Bar"-Gesprächen: Die evangelische Gemeinde Olching ist bei neuen Angeboten kreativ. Am Sonntag (18. Oktober) plaudert Pfarrerin Isabelle Freund bei "Gott in der Bar 3.0" mit dem katholischen Pfarrer und Buchautor Rainer Maria Schießler über Gott und die Welt. Am 8. November gibt es einen Harry-Potter-Gottesdienst und am 13. Dezember laden die Pfarrer Steffen Barth und Frank Krauss zum Herr-der-Ringe-Special. Ein Gespräch mit Steffen Barth über die Macht der Liebe und die Kraft pfiffiger Namen.

Herr Barth, wer kommt zum Harry-Potter-Gottesdienst und welche Botschaft haben Sie beim Herrn der Ringe?

Steffen Barth: Beim Harry-Potter-Gottesdienst erwarte ich ein breites Publikum: von der Oma, die die Geschichten schon vorgelesen hat, bis hin zu den Kindern, die die Filme schauen - wer mag, kommt verkleidet. Das Thema ist die Liebe. Hogwarts Schulleiter Dumbledore betont immer wieder, dass die viel stärker ist als jeder Zauber - eine zutiefst christliche Botschaft. Beim Herrn der Ringe wiederum sind die Hobbits zentrale Identifikationsfiguren: Sie geraten - wie die Jünger Jesu und manchmal wie wir selbst - in eine Geschichte, die ihnen zu groß erscheint, und müssen über sich selbst hinauswachsen. Auch das lässt sich christlich gut deuten.

"Die Resonanz am Schluss lautet eigentlich immer: Wann ist der nächste Termin?"

Das Gesprächsformat "Gott in der Bar" findet einmal im Jahr statt. Was lockt die Leute an?

Zu Gast ist immer eine Person mit einer gewissen Prominenz und persönlichem Glaubensbezug, diesmal Rainer Maria Schießler, das macht natürlich neugierig. Da entsteht dann ein intimes, offenes Gespräch über Gott und Glaube, Zweifel und Religion. Die Besucherinnen und Besucher, die ja selbst mit ihrem eigenen Glauben kommen, lassen sich davon inspirieren. Die Resonanz am Schluss lautet eigentlich immer: Wann ist der nächste Termin?

Auf der Olchinger Homepage findet man viele Angebote mit pfiffigen Namen: Von der Pilgergäng über die Luthertour bis zur Offline-Kirche. Braucht man das heute, um bei den Menschen anzukommen?

Das ist die Frage nach der Verpackung, und ob neue Namen nur Show sind. Ich finde, es gibt viele kirchliche Veranstaltungen, die total gut sind, aber es nicht schaffen, zwischen den vielen anderen Angeboten durchzudringen. Also muss man sich dafür ein bisschen Mühe machen.

Unsere Special-Gottesdienste zu Filmen oder auch politischen Glaubensthemen wie Bonhoeffer sind immer noch normale Gottesdienste, nur mit einem bestimmten Schwerpunkt, passender Musik und Original-Zitaten. Manchmal sagen mir Gemeindemitglieder: Ach schade, zum nächsten Special kann ich leider nicht kommen. Das ist mir ehrlich gesagt mit einem normalen Sonntagsgottesdienst noch nicht passiert. Und das liegt nicht daran, dass der schlechter wäre. Aber vielleicht daran, dass die Menschen vorher nicht so genau wissen, was sie dabei verpassen.