Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Die Bischöfe wählten den 64-Jährigen am Dienstag in Würzburg auf ihrer Frühjahrs-Vollversammlung zum Nachfolger von Georg Bätzing (64). Der Limburger Bischof hatte im Januar erklärt, nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren.
Bätzing stand sechs Jahre an der Spitze der Bischofskonferenz. Sein Name bleibt eng mit den Reformbemühungen der vergangenen Jahre verbunden. Der Vorsitzende fungiert als Sprecher des Bischofskollegiums und vertritt die Positionen der Bischofskonferenz nach außen.
Bekenntnis zur Synodalität
Gott im Zentrum, Friede für die Welt und Gerechtigkeit als Aufgabe - so formulierte Wilmer die Aufgabe der Kirche. Er sei dankbar für das Vertrauen seiner Amtskollegen, sagte Wilmer. Er dankte seinem Vorgänger. Bätzing habe die Bischofskonferenz in schwerer Zeit geleitet, sagte der Ordensgeistliche. Er bekannte sich auch zur Synodalität, dem Prinzip einer gemeinsamen Leitung der Kirche.
Heiner Wilmer, geboren am 9. April 1961 in Schapen im Emsland, wuchs auf einem Bauernhof auf und trat nach dem Abitur 1980 in den Orden der Herz-Jesu-Priester ein. Nach Theologie- und Philosophiestudium in Freiburg, Paris und Rom wurde er 1987 zum Priester geweiht.
Wilmer leitete Schulen in Deutschland und den USA, war Provinzial und ab 2015 Generaloberer seines Ordens in Rom. Seit 2018 ist er Bischof von Hildesheim. Sein Wahlspruch lautet "Adiutores Gaudii Vestri" – "Wir sind Gehilfen zu eurer Freude". Er ist zudem Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz.
Der Ordensmann aus dem Emsland gelte zwischen Konservativen und Reformern als Vermittler, der auf Beteiligung und Dialog setze, schreibt die katholische Nachrichtenagentur KNA.
Auch die Generalsekretärin der Bischofskonferenz, Beate Gilles, wurde im Amt bestätigt. Der katholischen Kirche gehören in Deutschland etwa 19,8 Millionen Menschen an, das entspricht 23,7 Prozent der Bevölkerung.
EKD-Ratsvorsitzende gratuliert Heiner Wilmer zur Wahl als DBK-Vorsitzender
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, hat dem neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer (Hildesheim), zu seiner Wahl gratuliert. Fehrs wünschte Wilmer für seine Aufgabe "viel Kraft und Gottes Segen" und bezeichnete ihn als "aufgeschlossenen, klugen und weltgewandten Gesprächspartner", der Strukturreformen und geistliche Erneuerung verbinden wolle.
Fehrs betonte die Bedeutung der ökumenischen Zusammenarbeit und die Chancen, die Wilmers Erfahrungen für die Synodalität der katholischen Kirche in Deutschland mitbringen. Sie hob hervor, dass beide Kirchen in den kommenden Jahren gemeinsam an gesellschaftlichen Herausforderungen arbeiten und das Gedenkjahr der Confessio Augustana 2030 vorbereiten wollen.
Gleichzeitig dankte Fehrs dem scheidenden DBK-Vorsitzenden Bischof Georg Bätzing für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen sechs Jahren, etwa im Synodalen Weg, und für gemeinsame ökumenische Initiativen in den Bereichen Demokratie, Migration und Friedensethik.
Leitende lutherische Geistliche gratulieren
Die Leitenden Bischöfe der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) haben Bischof Heiner Wilmer (Hildesheim) zu seiner Wahl als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gratuliert. Landesbischof Ralf Meister würdigte Wilmers Erfahrung in Glaubensfragen, Mission und kirchlicher Sendung und wünschte ihm Gottes Segen und Weisheit für die Leitung der Bischofskonferenz.
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt hob Wilmers offene und theologisch versierte Art hervor und betonte die Bedeutung der Ökumene als gemeinsame geistliche Weggemeinschaft. Der Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Christian Kopp, lobte Wilmers pastorale Erfahrung und wünschte ihm Klarheit, Geduld und Verständigungsbereitschaft im Umgang mit kirchlichen Herausforderungen und der gesellschaftlichen Verantwortung der Kirche in Deutschland.
BDKJ gratuliert – Wir sind Kirche für mehr Unterstützung
Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, gratulierte Wilmer ebenfalls zur Wahl. Viele Katholiken setzten in ihn die Hoffnung, "er möge für eine glaubwürdige Kirche streiten, die ihre Stärke gleichermaßen aus Konfliktfähigkeit und Zusammenhalt bezieht". Dabei spiele die bereits zurückgelegte Strecke auf dem Synodalen Weg eine entscheidende Rolle: "Wir brauchen Ihr Herz für Reform und Zusammenhalt."
Auch die KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" gratulierte und appellierte an das gesamte Episkopat, Wilmer mehr Unterstützung zu gewähren als seinem Vorgänger. Sie forderte ein entschiedenes Bekenntnis zur Weiterführung des Synodalen Weges, konsequente Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und eine klare gesellschaftliche Haltung gegen Rechtsruck und für Menschenwürde und Demokratie.
Zugleich dankte "Wir sind Kirche" Bischof Bätzing für sein Engagement im Synodalen Weg und seine erfolgreiche Integration in den weltweiten Synodalen Prozess.
Der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) wies bei seiner Gratulation auf die Bedeutung von Transparenz, Beteiligung junger Menschen und der konsequenten Umsetzung der Beschlüsse des Synodalen Weges hin. BDKJ-Bundesvorsitzender Volker Andres betonte die Notwendigkeit, junge Menschen als Gegenwart und Zukunft der Kirche ernst zu nehmen und die Kirche durch Dialog, Nähe zu den Lebensrealitäten und gemeinsame Verantwortung glaubwürdig zu gestalten.
(mit Material von epd)