Der Deutsche Tonkünstlerverband hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) in einem offenen Brief aufgefordert, die Rahmenbedingungen für die Kirchenmusik in Deutschland zu verbessern. Der Verband kritisiert Kürzungen, fehlende Planungssicherheit und eine mangelnde Wertschätzung kirchenmusikalischer Arbeit.
"Leider verschlechtern sich die Rahmenbedingungen kirchenmusikalischen Lebens, insbesondere in der Katholischen Kirche, seit vielen Jahren in unserem Land", schreibt Verbandspräsident Christian Höppner an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing.
Kirchenmusik: Diskrepanz zwischen Sonntagsreden und Montagshandeln
Zu den Problemen gehörten der Wegfall hauptamtlicher Stellen, das "überflüssige Konkurrenzverhältnis zwischen Musik und Wort, oftmals zu Lasten der Musik", sowie eine zunehmende "Diskrepanz zwischen Sonntagsreden und Montagshandeln" in der Bedeutung der Kirchenmusik.
Konkret kritisiert der Tonkünstlerverband die Entscheidung der DBK, die jährliche Förderung des Allgemeinen Cäcilienverbandes (ACV) ab 2027 einzustellen. Es gehe um 50.000 Euro pro Jahr.
"Diese Entwicklung wird nicht nur zur wahrscheinlichen Auflösung des traditionsreichen und wirkmächtigen ACV führen, sondern schränkt einmal mehr die kirchliche Arbeit vor Ort ein", schreibt Höppner.
Die Einsparungen hätten fatale Folgen: "Wo mit geringen Mitteln ein Vielfaches an ehrenamtlichem Engagement zum Wohl der Menschen vor Ort generiert werden kann, bewirken ‚Einsparungen‘ das Gegenteil", heißt es in dem Brief weiter. Zudem stelle sich die Frage nach der "gesellschaftlichen wie der sozialen Verantwortung der Kirche als bedeutender Arbeitgeber".
In Kombination mit einer "desaströsen Kommunikationspolitik der DBK" beschleunigten diese Entwicklungen "die anhaltende Abwendung von der Katholischen Kirche".
Konzept zur Stärkung der Kirchenmusik gefordert
Der Tonkünstlerverband fordert die Bischöfe auf, ein Gesamtkonzept zur Stärkung der Kirchenmusik zu entwickeln.
"Ich bitte Sie und Ihre Kollegen in der Deutschen Bischofskonferenz darum, den Weg zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Kirchenmusik durch kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen, zum Beispiel mit einem ‚Masterplan Kirchenmusik‘, zu bereiten", schreibt Höppner.
Sein Verband stehe dabei "beratend zur Verfügung".
Die Kraft der Musik müsse auch für kommende Generationen erhalten bleiben, betont der Verbandspräsident: "Dieser Schatz kultureller Vielfalt im Sinne der gleichnamigen UNESCO-Konvention muss auch im Interesse der nachkommenden Generationen erhalten und ausgebaut werden"
Eine Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz zu dem Schreiben lag zunächst nicht vor.