Für viele Jugendliche bleibt die Konfi-Freizeit die prägendste Erinnerung an ihre Zeit als Konfirmand:in. Gemeinschaft erleben, neue Freundschaften schließen, den Glauben anders kennenlernen – genau diese Erfahrungen wollen die Verantwortlichen des neuen Formats KonfiCon ermöglichen.
An der Evangelischen Jugendbildungsstätte Neukirchen startet nun erstmals ein fünftägiges Camp, das in diesem Sommer an drei Terminen insgesamt rund 500 Jugendliche aus Nordbayern zusammenbringt.
Hinter dem Projekt stehen das Konfi-Lab der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), die Evangelische Jugend in Bayern und die Jugendbildungsstätte Neukirchen. Projektleiter Benedikt Vogt sieht darin eine Antwort auf die Veränderungen der kirchlichen Jugendarbeit.
Ein Camp für Regionen ohne eigenes Angebot
"Fragt man Konfis, woran sie sich aus ihrer Konfi-Zeit am liebsten erinnern, fällt fast immer zuerst die Konfi-Freizeit", sagt Vogt dem Sonntagsblatt. Auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass gemeinsame Freizeiten entscheidend zur Zufriedenheit mit der Konfizeit beitrügen.
Genau hier setzt KonfiCon an. Das Camp richtet sich bewusst an Gemeinden, Regionen und Dekanate in Nordbayern, die bislang keinen Zugang zu einem großen Konfi-Camp hatten. Statt bestehende Angebote wie das KonfiCastle des CVJM Bayern zu ersetzen, soll KonfiCon dort eine Lücke schließen, wo solche Erlebnisse bislang kaum möglich waren.
"Wir schaffen einen Ort, der viele junge Menschen zusammenbringt, echten Event-Charakter hat und dadurch prägende Momente ermöglicht", erklärt Vogt. Gleichzeitig könnten auch kleinere Gemeinden ihren Konfirmand:innen ein Camp-Erlebnis bieten, das sie allein organisatorisch kaum stemmen könnten.
Gemeinschaft erleben und Glauben entdecken
Fünf Tage lang leben die Jugendlichen in Zeltdörfern auf dem Gelände der Jugendbildungsstätte. Die eigene Konfi-Gruppe bleibt dabei die feste Bezugsgröße, gleichzeitig begegnen sich Jugendliche aus unterschiedlichen Regionen Bayerns.
Das Programm folgt einem roten Faden: Nach einer Präventionseinheit zum Auftakt stehen zunächst die eigene Persönlichkeit, anschließend das Miteinander und schließlich gemeinsame Glaubenserfahrungen im Mittelpunkt. Morgenimpulse finden in den einzelnen Gruppen statt, während sich am Abend alle Teilnehmenden zu einer gemeinsamen Andacht versammeln. Workshops, Spielangebote, Begegnungen und ein Nachtcafé ergänzen das Programm.
Dabei sollen die Jugendlichen unterschiedliche Formen christlicher Spiritualität kennenlernen. "Wir legen durchgängig Wert auf eine jugendgemäße, begeisternde Verkündigung", sagt Vogt. Verschiedene geistliche Prägungen hätten dabei ihren Platz, ohne dass die inhaltliche Orientierung verloren gehe.
Begleiter durch das Camp ist der Konfi-Guide KONTRUST, der auch über die Camp-Woche hinaus Impulse für die Konfizeit in den Gemeinden geben soll.
Offenes Camp mit klaren Regeln
Trotz vieler frei gestaltbarer Programmpunkte setzen die Verantwortlichen auf verbindliche Strukturen. Für Sicherheit sorgen unter anderem ein Awareness-Team als Anlaufstelle für die Jugendlichen, ein ehrenamtlicher Sanitätsdienst sowie ein Evakuierungskonzept für Notfälle.
Alle beteiligten Haupt- und Ehrenamtlichen werden vor Beginn geschult und verpflichten sich auf einen gemeinsamen Verhaltenskodex. Mehrmals täglich trifft sich außerdem die Camp-Leitung, um den Ablauf auszuwerten und bei Bedarf kurzfristig nachzusteuern.
Wie geht es weiter mit KonfiCon?
Zunächst ist KonfiCon als zweijähriges Projekt angelegt. Nach den Durchgängen 2026 und 2027 wollen die Verantwortlichen Bilanz ziehen. Entscheidend werden dabei die Nachfrage aus den Dekanaten, die Rückmeldungen der Jugendlichen und Gemeinden sowie die finanzielle Tragfähigkeit sein.
Für Vogt geht der Erfolg allerdings über Teilnehmerzahlen hinaus. "Der eigentliche Erfolg zeigt sich für uns erst, wenn einzelne Regionen KonfiCon mit Unterstützung der Jugendbildungsstätte Neukirchen eigenständig weiterführen", sagt er. Dann wäre aus einem neuen Camp-Format ein dauerhaftes Modell für die Konfi-Arbeit in Bayern geworden.