Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) lassen sich weiterhin rund 80 Prozent der evangelisch getauften Jugendlichen konfirmieren. Wie die EKD in Hannover mitteilte, bleibe die Nachfrage nach der Konfirmation trotz sinkender Kirchenmitgliedszahlen "vergleichsweise stabil". Absolute Zahlen nannte die Kirche nicht.

Die EKD beruft sich dabei auf aktuelle Auswertungen und Studien zur Bedeutung der Konfirmation. Demnach markiere die Konfirmation für 82 Prozent der evangelischen Jugendlichen "den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt". Auch religiöse Themen hätten in den vergangenen Jahren wieder an Bedeutung gewonnen, erklärte die Kirche.

Konfirmation als Zeit, in der existenzielle Lebensfragen verhandelt werden

Die Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs, sagte laut Mitteilung, viele Jugendliche suchten "Gemeinschaft und einen festen Stand im eigenen Leben". Die Konfirmation werde von vielen als Zeit erlebt, in der "existentielle Lebensfragen" verhandelt würden.

Zugleich verweist die EKD auf einen Zusammenhang zwischen Konfirmation und späterer Kirchenbindung. Laut den von der Kirche angeführten Studien liege die Wahrscheinlichkeit eines späteren Kirchenaustritts bei religiös interessierten Konfirmierten zwischen 15 und 23 Prozent. Unter Jugendlichen, die sich gegen eine Konfirmation entschieden, träten demnach rund 70 Prozent später aus der Kirche aus.

Offen bleibt in der Mitteilung, aus welchen Jahren die erhobenen Daten stammen. Auch Vergleichszahlen zu früheren Konfirmationsjahrgängen nennt die Kirche nicht. Eine entsprechende Nachfrage unserer Redaktion ließ die Pressestelle der EKD unbeantwortet.