Bei der konstituierenden Sitzung der neu gewählten Landessynode vom 22. bis zum 26. März in Bayreuth geht es vor allem ums Kennenlernen und Ämtervergeben. Das persönliche Treffen ist für die 108 Mitglieder des "Kirchenparlaments" wichtig, denn 63 der 89 gewählten Synodalen sind neu im Gremium, ebenso die Mehrheit der übrigen Mitglieder. Am Montag und Dienstag (23./24. März) stehen vor allem die Wahlen für das Präsidium, den Landessynodalausschuss sowie die Bildung der einzelnen synodalen Ausschüsse im Mittelpunkt.

Neben der überwiegenden Mehrheit der gewählten Mitglieder sind auch sieben der 13 berufenen Synodalen neu in dem Leitungsgremium dabei. Darüber hinaus sind alle drei Jugendsynodalen sowie zwei von drei Vertretern der theologischen Fakultäten aus München, Erlangen und Neuendettelsau erstmals dabei. Insgesamt liegt die Quote der Synoden-Neulinge bei über 69 Prozent. Direkt nach dem Eröffnungsgottesdienst in der Bayreuther Stadtkirche sind die Synodalen bei einem nicht öffentlichen Begrüßungsabend erstmal unter sich.

Neue Spitze für die Synode gesucht

Am Montagmorgen beginnt ab 9.15 Uhr der Reigen an Formalitäten, der bei einer konstituierenden Sitzung sein muss: Zuerst wird der oder die älteste Synodale zum Alterspräsidenten oder zur Alterspräsidentin bestimmt. Das wäre diesmal die 69-jährige Isolde Ulbig aus Niederbayern. Mit auf dem Podium würde als vorläufiger Schriftführer das jüngste Synodenmitglied sitzen - diesmal also Student Luca-Fynn Schieblich (21) aus Kulmbach. Das Besondere an dieser Konstellation: Ulbig wie Schieblich sitzen damit ohne Synodenerfahrung am Präsidiumstisch, beide wurden erstmals in die Synode gewählt.

Unter dem Vorsitz der Alterspräsidentin wird der eigens dafür zusammengesetzte Wahlprüfungsausschuss das Wahlergebnis zur Landessynode vom Dezember überprüfen. Das Ergebnis dieser Prüfung wird dann der Synode vorgelegt - und erst wenn diese die Gültigkeit der Wahl proklamiert hat, kann es formal weitergehen. Dazu wird der sogenannte Vertrauensausschuss gebildet, der dann die Wahl des Präsidenten oder der Präsidentin organisiert. Der ordnungsgemäße Ablauf dieser Wahl wird durch einen Wahlausschuss kontrolliert, der aus drei per Los bestimmten Synodalen besteht.

Die Präsidiumswahl dürfte dieses Mal einigermaßen spannend werden, denn: Sowohl die bisherige Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel als auch die zwei Vizepräsidenten Hans Stiegler und Walter Schnell hatten bei der Wahl im Dezember wegen ihrer langjährigen Synodenzugehörigkeit nicht mehr kandidiert oder wollten sich nicht mehr berufen lassen. Klare Favoriten für die Leitungsämter gibt es vor Beginn der Tagung nicht. Ähnlich wie in der Politik ist die Aufgabe des Synodalpräsidiums, Sitzungen vorzubereiten, sie zu leiten und auch in strittigen Debatten ausgleichend in die Synode zu wirken.

Inhaltlich wird's erst am späten Mittwoch

Laut der vorläufigen Tagesordnung ist für die Wahl des Präsidiums der ganze Montagnachmittag eingeplant. Am Abend beginnen dann die Vorbereitungen für die Wahl des Landessynodalausschusses. Dieses Gremium übernimmt die Aufgaben der Landessynode in der Zeit zwischen den regulären Synodaltagungen im Frühjahr und im Herbst. Der Synodalausschuss ist neben der Synode, dem Landesbischof und dem Landeskirchenrat eines der vier kirchenleitenden Organe in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB).

Am Dienstagabend folgen dann "Weitere Wahlen und Entsendungen", etwa in Ausschüsse oder Gremien. Die wiederum wählen am Mittwochmorgen dann ihre Vorsitzenden, ehe das Thema "Wahlen und Entsendungen" nochmals fortgesetzt wird. Ihre inhaltliche Arbeit nimmt die Synode dann erst am Mittwochnachmittag gegen 17.15 Uhr auf - dann geht es um die Behandlung der Vorlagen. Am Donnerstag sollen dann in zweiter Lesung erste Gesetze beschlossen werden. Zudem steht die "Aktuelle Stunde" auf der Tagesordnung.