Tansania
Die tansanische Regierung hat nach dem mutmaßlichen Covid-19-Tod des früheren Staatspräsidenten John Pombe Magufuli im März laut dem landeskirchlichen Partnerschaftszentrum Mission EineWelt eine Kehrtwende in der Corona-Politik.
Tansania
Blick auf eine Straße in Tansania.

Die tansanische Regierung hat nach dem mutmaßlichen Covid-19-Tod des früheren Staatspräsidenten John Pombe Magufuli im März laut dem landeskirchlichen Partnerschaftszentrum Mission EineWelt eine Kehrtwende in ihrer Corona-Politik vollzogen. Die neue Staats- und frühere Vizepräsidentin Samia Suluhu Hassan pflege einen "komplett anderen Umgang" mit der Pandemie, teilte Mission EineWelt in Neuendettelsau mit. Sie gehe offen mit der Pandemie um und spreche davon, dass sich Tansania aktuell in der dritten Welle befinde.

"Es ist eine sehr gute Entwicklung, dass die tansanische Präsidentin die Corona-Pandemie so klar benennt", sagte der Direktor der Gesundheitsprogramme der Evangelischen Kirche in Tansania (ELCT) laut Mission EineWelt. So habe Suluhu Hassan etwa Covid-19-Erkrankte in Kliniken besucht. Auch der Beitritt zur Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei "ein wichtiger Meilenstein". Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, allen Staaten Impfstoff-Dosen gegen Covid-19 zuzuteilen, die ihre Teilnahme erklärt haben. Das sind vor allen Dingen weniger finanzkräftige Staaten.

Auch die Kirchen habe die tansanische Präsidentin - selbst Muslimin - zur Mitarbeit aufgefordert. Nachdem es unter ihrem Vorgänger quasi verboten gewesen sei, Covid-19-Fälle auch als solche zu benennen, forderte sie nun die leitenden Geistlichen in den Kirchen dazu auf, "laut zu ihren Gläubigen" zu sprechen und sie zur Einhaltung weiterer Vorsichtsmaßnahmen und behördlicher Vorgaben zu bewegen. Mindestens 470 Millionen US-Dollar wolle die Regierung Tansanias für Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie ausgeben, hieß es.

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