Aktuell im Newsticker:
Landesbischof Kopp: "Die Auferstehung tanzt den Tod an die Wand"
Sonntag, 05. April 2026, 10:00 Uhr
Der bayerische Landesbischof Christian Kopp hat in seiner Osterpredigt in der Münchner Matthäuskirche die Auferstehung als Machtwechsel beschrieben: "Die Macht wechselt die Seite – vom Tod zum Leben." In einer Welt, in der Krieg, Gewalt und Mächtige, die auf Völkerrecht pfeifen, das Leben bedrohten, vertröstet Ostern laut Kopp nicht auf später:
"Die Auferstehung bekämpft schon jetzt die Verzweiflung." Ohne sie wäre der christliche Glaube, so Paulus, "nichts als Mumpitz".
Sein unerwartetes Bild dafür: der Walzer. Alte Osterlieder stünden im Dreiertakt – und der sei kein Marsch, sondern Schwung. "Mit dem marschierst du nicht, mit dem schwingst du." Der Walzer war einmal ein Skandal, wurde verboten – zu viel Gleichheit, zu viel Bewegung. Österlich eben. Kopp rief dazu auf, "mehr Walzer zu wagen": raus aus dem Gleichschritt des Alltags, rein in Gottes Bewegung.
Wer an die Auferstehung glaube, spüre das in Herz und Füßen: "Ich komme raus aus dem Takt des Todes. Und rein in den Rhythmus des Lebens."
Regionalbischöfin Sachs: "Ostern ist nicht das Ende, sondern der Anfang"
Sonntag, 05. April 2026, 10:00 Uhr
Die Bayreuther Regionalbischöfin Berthild Sachs hat in ihrer Osterpredigt in der Stadtkirche Heilige Dreifaltigkeit davor gewarnt, bei "Jesus lebt!" stehenzubleiben. Die Auferstehung sei kein guter Ausgang, der alles erledige – sondern ein Anfang, sagte sie laut Predigtmanuskript. Paulus mache deutlich: Es reiche nicht, dass nur Jesus auferweckt werde. Nicht nur das eine Grab, alle Gräber sollen leer sein.
Nicht nur über Jesus habe der Tod keine Macht mehr – er müsse als "letzter Feind der ganzen Schöpfung" überwunden werden.
Solange ungesühnte Gewalt, sterbende Wälder und die Opfer sinnloser Kriege nicht ins Recht gesetzt seien, sei das Ende noch nicht da. Gott habe am Ostermorgen "den Stein ins Rollen gebracht, der unaufhaltsam rollt", bis er alles in allem ist. Wer das groß denke, könne im Alltag kleine Schritte gehen:
"Wer hofft, dass der Tod verschlungen wird, kann ihm heute schon die Stirn bieten."
Keine Abgesänge auf Welt und Kirche, sondern "tätige, fröhliche Geduld" – das sei die österliche Haltung.
Regionalbischof Prieto Peral: "Keine Macht ist absolut"
Sonntag, 05. April 2026, 10:00 Uhr
Der Münchner Regionalbischof Thomas Prieto Peral hat in seinem Ostergottesdienst in St. Jakob am Anger die Auferstehung Jesu als Durchbruch durch alle menschlichen Mauern der Angst gedeutet. Wie die Berliner Mauer, die einst unüberwindlich schien und doch fiel, sei auch die Macht des Todes gebrochen – "ein für alle Mal", sagte Prieto Peral laut Predigtmanuskript. Wer an den auferstandenen Christus glaube, lebe nicht mehr eingemauert in Zukunftsängste und scheinbare Alternativlosigkeiten.
Den Bezug zur Gegenwart stellte der Regionalbischof explizit her: Mit Blick auf den Irankrieg und ein Zitat des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu, wonach Gewalt am Ende über Moral siege, widersprach Prieto Peral entschieden.
Die Auferstehung sage der Welt: "Keine Macht ist absolut. Keine Gewalt ist endgültig. Kein System hat das letzte Wort."
Der Tod könne nicht mit Tod bekämpft werden, sondern nur durch die Achtung des Lebens, die Stärkung von Gerechtigkeit und die Durchsetzung des Rechts. Ostern, so Prieto Peral, sei nicht nur eine Aussage über Gott, sondern eine Entscheidung: "In welcher Geschichte willst du leben?"
Die Dystopien seien laut – die Osterbotschaft leiser, aber stärker. "Rede der Angst nicht das letzte Wort zu."
Regionalbischöfin Hann von Weyhern: "Der Tod hat nicht das letzte Wort"
Sonntag, 05. April 2026, 10:00 Uhr
Die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern hat in ihrer Osterpredigt in der Lorenzkirche die Auferstehung als das Herzstück des christlichen Glaubens verteidigt – und dabei auch den Zweifeln Raum gegeben. Viele Menschen stolperten bei der Auferstehung, sagte sie laut Predigtmanuskript: zu groß, zu unwahrscheinlich, zu fremd – oder zu schmerzhaft, weil ein geliebter Mensch fehlt.
Paulus rede diese Spannung nicht klein, entmachte den Tod aber radikal: "Gott hat den Tod nicht theoretisch widerlegt, sondern praktisch entmachtet."
Die Auferstehung, so Hann von Weyhern, sei deshalb auch politisch relevant: Wer auf sie hoffe, lasse sich nicht endgültig einschüchtern – nicht durch Gewalt, nicht durch Machtmissbrauch, nicht durch die Logik des Stärkeren. Christ:innen seien zur Verbündeten des Lebens berufen: in der Trauer, im Einsatz für Gerechtigkeit, im Widerspruch gegen gesellschaftlichen Druck auf Alte und Kranke.
Am Ende stehe Gottes Verheißung, dass er "alles in allem" sein werde. Mit der Dichterin Marie-Luise Kaschnitz fasste Hann von Weyhern zusammen, was das bedeute: nicht weniger als Liebe, Geborgenheit und Heilung. "Weniger nicht. Und das genügt."
Kardinal Marx: "Die Hoffnung auf eine bessere Welt ist keine naive Träumerei"
Samstag, 04. April 2026, 23:00 Uhr
Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx hat in seiner Predigt in der Osternacht im Liebfrauendom dazu aufgerufen, die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht aufzugeben. Wer sich für Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit einsetze, dürfe sich nicht entmutigen lassen, sagte Marx laut Mitteilung. Die österliche Botschaft lasse nicht zu, "dass wir allein den Stimmen Raum geben, die letztlich Resignation und Verzweiflung verstärken."
Gerade heute brauche es "österliche Menschen mit Hoffnung und Begeisterungsfähigkeit". Wo Gesellschaften sich in Eigeninteressen, Hass und Verschwörungstheorien verrannten, werde die Welt bedrohlicher. Auch Jesu Botschaft von Frieden, Versöhnung und Gewaltlosigkeit sei für die Mächtigen seiner Zeit weltfremd und gefährlich gewesen – weshalb sie ihn zum Tode verurteilten. In den heutigen Debatten klinge dasselbe Argument wieder:
Man müsse "endlich in der Realität ankommen." Marx widersprach: "Ostern unterstreicht sehr deutlich, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt keine naive Träumerei ist."
Erzbischof Gössl: "Kriege sind eine Schande für die Menschheit"
Freitag, 03. April 2026, 15:00 Uhr
Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl hat in seiner Karfreitagspredigt im Bamberger Dom scharf gegen die Rückkehr des Krieges als politisches Mittel protestiert. Die Menschheit habe geglaubt, aus den großen Kriegen des 20. Jahrhunderts gelernt zu haben – doch heute würden Kriege "munter vom Zaun gebrochen", Menschen von der eigenen Regierung verfolgt und gezielt getötet, sagte Gössl laut Mitteilung.
"Auf der Welt ist so vieles wieder denkbar und möglich geworden, dass man diese Welt oft nicht mehr versteht."
Besonders scharf kritisierte der Erzbischof die Logik, mit dem Tod anderer ließen sich Probleme lösen. Der Tod werde zunehmend bewusst in Kauf genommen – schlimmer noch: "kühl berechnend zu einer ernsthaften Handlungsoption gemacht". Dahinter stecke ein geistiger Irrtum: die Vorstellung, mit dem Tod sei alles aus – und daraus abgeleitet, durch den Tod eines anderen ließen sich Konflikte bereinigen. Gegen diese Logik setzte Gössl das Karfreitagsgeschehen: Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Landesbischof Kopp: "Werde nicht hart"
Freitag, 03. April 2026, 10:00 Uhr
Der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp hat in seiner Karfreitagspredigt in der Nürnberger Lorenzkirche dazu aufgerufen, in harten Zeiten nicht zu verhärten.
"Bleibe gefühlvoll", sagte Kopp laut Predigtmanuskript – einfühlsam für die, die Leid tragen, verletzt wurden oder sich dem Tode nahe fühlen. Vertrauen in Gott mache freier und offener: "Ich bin nie allein."
Als unerwartetes Bild dafür wählte Kopp eine Clownin: Christine Gelsone, die nach dem Tod ihres Mannes und Bühnenpartners alleine weitermacht – und nun ein Programm mit Traurigkeit und Tränen spielt. Freude und Lachen seien genauso menschlich wie Schmerz und Tränen. Sie mache, so Kopp, "ihre Wunden zu Wundern."
Das Kreuz zeige: Gott hält den Menschen fest – und befreit ihn dadurch davon, um jeden Preis recht behalten oder alles im Griff haben zu müssen.
Daraus erwachse eine "Christusaufgabe": den ersten Schritt auf den anderen zugehen. "Du gehst ihn nicht allein. Es ist Karfreitag. Gott ist an deiner Seite."
Regionalbischof Stiegler: "Botschafterinnen und Botschafter der Versöhnung"
Freitag, 03. April 2026, 11:00 Uhr
Der evangelische Regionalbischof Klaus Stiegler hat in seiner Karfreitagspredigt in der Regensburger Neupfarrkirche den gekreuzigten Jesus als Begleiter aller menschlichen Leidenserfahrungen beschrieben. Der am Kreuz sterbende Christus lasse die Menschen mit ihren "Karfreitagserfahrungen" nicht allein – mit Kriegen, Schmerz, Einsamkeit und allem, "was Menschen einander antun können". Der unschuldig Hingerichtete stehe unsichtbar an der Seite der Leidenden.
Aus dieser Gegenwart Christi erwächst laut Stiegler ein Auftrag: Die Kirche sei als Gemeinschaft gerufen, Versöhnung in eine "vielfach zerrissene Welt" zu bringen.
Versöhnt zusammenzuleben bedeute, mit Respekt und Achtung füreinander umzugehen und Konflikte gewaltfrei zu lösen – "bei aller Unterschiedlichkeit". Als Kirche Jesu Christi verstehe er die Gemeinde als "Kraftquelle zur Versöhnung".
Den Karfreitag deutete Stiegler dabei nicht als Ende, sondern als Schwelle: "Am Horizont aller Karfreitagsverzweiflung geht bereits österliches Lebenslicht auf."
Regionalbischöfin Hann von Weyhern: "Gottes Liebe reicht tiefer"
Freitag, 03. April 2026, 10:00 Uhr
Die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern hat in ihrer Karfreitagspredigt in der Nürnberger Kirche St. Sebald Parallelen zwischen dem Tod Jesu am Kreuz und der heutigen Weltlage gezogen.
"Auf Golgatha blicken wir in den Abgrund menschlicher Bosheit", sagte die evangelische Theologin laut Predigtmanuskript.
Politische Macht setze sich selbst absolut, religiöse Führer hätten Angst um ihren Einfluss, und die Menge folge den lautesten Stimmen: "Die Kreuzigung ist das Ergebnis eines Systems, das Gewalt für legitim hält, sobald sie den eigenen Interessen dient." Diese Dynamik sei nicht vergangen: "Unsere Welt ist voller Golgathas."
Auch heute litten Menschen unter Machtmissbrauch, politischer Willkür und militärischer Gewalt. Mit Blick auf aktuelle geopolitische Entwicklungen zeigte sich Hann von Weyhern fassungslos darüber, wie militärische Operationen religiös überhöht und gerechtfertigt würden. Dem setzte sie das Bild des Gottes am Kreuz entgegen:
"Am Kreuz zeigt sich Gottes Macht nicht im Sieg der Starken, sondern im Mit-Leiden mit den Schwachen."
Der Karfreitag rufe zur persönlichen wie gesellschaftlichen Umkehr auf - in einer Welt, "die aufrüstungstechnisch zu neuen Höchstständen gelangt und gleichzeitig bei humanitärer Hilfe spart".
Die Bosheit, mit der Jesus am Kreuz verspottet worden sei, erkenne man auch in der Gegenwart wieder - im Hohn über politische Gegner, im Mobbing und in der Freude am Scheitern anderer. "Menschliche Niedertracht hat viele Gesichter", sagte die Regionalbischöfin.
Die Abgründe menschlicher Bosheit reichten zwar weit - "doch Gottes Liebe reicht tiefer."
Kardinal Marx: "Totalitäre Machtfantasien unvereinbar mit dem Kreuz"
Freitag, 03. April 2026, 15:00 Uhr
Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx hat an Karfreitag an zwei Orten dasselbe Zeichen in den Mittelpunkt gestellt: das Kreuz. Beim "Kreuzweg der Völker" auf dem Münchner Marienplatz am Vormittag betonte er dessen universale Botschaft:
"Über alle Grenzen der Sprachen und Kulturen hinweg sind wir eine Gemeinschaft."
Die Kirche Christi kenne keine Fremden, sondern nur Mitbürger und Hausgenossen Gottes. Das Kreuz sei "Zeichen der universalen Liebe Gottes" – errichtet über die ganze Welt als Einladung und Hoffnungszeichen.
In der Feier vom Leiden und Sterben Christi im Liebfrauendom am Nachmittag schärfte Marx diesen Gedanken politisch zu. Das Kreuz sei ein "notwendiges Korrektiv", das die Grenzen politischer Macht aufzeige und "provozierend und heilsam zugleich" gegen alle Gewaltherrscher aufgerichtet stehe, sagte er laut Predigtmanuskript. Totalitäre Machtfantasien – auch religiös verbrämte – seien mit dem Kreuz Christi unvereinbar: "Sie sind die Quelle von Fanatismus und Diktatur." Christen stünden für eine universale Menschheitsfamilie, "die zusammengehört und die gemeinsam einen Weg gehen muss".
Wer sich mit Christus auf den Kreuzweg begebe, stelle sich in Solidarität mit allen Leidenden, Unterdrückten und Opfern von Krieg und Gewalt – und Marx richtete den Blick dabei ausdrücklich auf das Heilige Land, "das wieder und wieder von Gewalt und Krieg betroffen wird".