25.11.2019
Landessynode ELKB

Söder bei Landessynode in Bamberg: Glaube ist Licht im Tunnel des Alltags

Markus Söder Landessynode Bamberg

Trotz sinkender Mitgliederzahlen bleibt die Kirche nach Überzeugung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) unverzichtbar für die Gesellschaft und jeden einzelnen Menschen. Den Menschen begegneten auch in ihrer Tagesaktualität immer wieder die letzten Fragen, dabei könne der "Glaube am Ende Licht im Tunnel des Alltags sein", sagte Söder am Sonntagabend bei einem Staatsempfang zum Auftakt der Herbsttagung der bayerischen Landessynode in Bamberg. In diesen Situationen sei der christliche Glaube eine Kraftquelle, die Hoffnung zur Bewältigung der Probleme gebe.

Die Kirche behält laut Söder auch weiterhin als Institution Bedeutung, weil sie Vorgänge einordnen und erklären könne. Deshalb sollte die Politik auch öfter vor Entscheidungen auf die Kirche hören, sagte Söder. Als ein gemeinsames Anliegen von Politik und Kirche nannte er den Schutz von Minderheiten. Wer andere Menschen verunglimpfe, setze sich gegen den Respekt, der jedem einzelnen Menschen gelten müsse, und das christliche Menschenbild. Als Ministerpräsident werde er dies "keinesfalls zulassen", betonte Söder.

Landesbischof Bedford-Strohm wünscht sich Impuls für Gesellschaft

Wie der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strom sagte, könne von der Kirche und der Gesprächskultur der Landessynode - dem Kirchenparlament der 2,35 Millionen bayerischer Protestanten - als Impuls für Gesellschaft und Politik ausgehen, jedem Menschen und seinen Ansichten mit Achtung und Respekt zu begegnen. In einer Zeit, in der immer stärker die Unvereinbarkeiten betont würden, sei diese Weg zum Kompromiss nötiger denn je.

In ihrer Ansprache warnte Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel vor einer ethischen Instrumentalisierung der Klimadebatte. Statt einer Radikalisierung und religiösen Überhöhung seien kluge Theorien nötig, die zu wissenschaftlichen Erkenntnissen führen könnten. Auch die Kirche habe in Klima-Fragen nicht von vornherein die besseren moralischen Lösungen. Auch eine allgemeine Weltuntergangsstimmung führe in der Klimadebatte nicht weiter, sagte sie.

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