Am vergangenen Samstag zogen 18 Freiwillige der evangelischen Auferstehungskirche Waltenhofen los, um ihrer Gemeinde einen ungewöhnlichen Dienst zu erweisen: Sie sammelten Müll. Zwei Stunden lang, bewaffnet mit Zangen und Eimern, durchkämmten sie das gesamte Gemeindegebiet – ein Baustein unter vielen anderen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) zum Klimaschutz.
World Cleanup Day: Waltenhofen macht mit
Der Anlass war wie jedes Jahr der World Cleanup Day, die weltweite Bürgerbewegung gegen die Vermüllung des Planeten. Über 23 Millionen Menschen in 190 Ländern packten am 20. September mit an – und Waltenhofen war dabei.
Nach einer Andacht von Pfarrer Martin Weinreich aus der Kemptener Christusgemeinde und einer kurzen Sicherheitsunterweisung schwärmten die Familien in kleinen Gruppen aus. Was sie fanden, überraschte selbst erfahrene Müllsammler: Neben den üblichen Zigarettenstummeln und Plastikflaschen kamen zwei Batterien, eine Computer-Festplatte, eine Elektronikplatine und sogar ein Küchenmesser zum Vorschein.
Skurrile Funde im Allgäu
"Die Kinder waren wie jedes Jahr tief beeindruckt, was man in der Natur so alles finden kann", berichtet Müller, Umweltbeauftragter der Kirchengemeinde und Organisator der Aktion. Zur allgemeinen Erheiterung trugen eine Badehose, ein mit Kuhfell bespannter Holzschuh – traditionelles Allgäuer Schuhwerk, wie Müller erklärt – und ein einsamer Arbeitshandschuh bei.
Die Bilanz des Vormittags: 65 Kilogramm Müll, die nun ordnungsgemäß über den örtlichen Wertstoffhof entsorgt werden. Bei der anschließenden Brotzeit im Gemeindezentrum war man sich einig: Diese Aktion war überfällig. Nächstes Jahr sind alle wieder dabei.
Gelebter Klimaschutz in der Kirchengemeinde
Für die ELKB sind Aktionen wie dieser gelebter Klimaschutz. Wenn Gemeinden wie Waltenhofen zeigen, dass Bewahrung der Schöpfung nicht nur Sonntagsrede ist, sondern praktisches Anpacken bedeutet.