18.03.2005
Konfirmation

Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie: Bayerns erste Konfirmandin

Die Bayreuther Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie (1732-1780) erwies sich als überaus bibelfest - und gilt als erste Konfirmandin in Bayern.

Die Konfirmation erfreut sich bei den Familien nach wie vor größter Beliebtheit, obwohl diese kirchliche Handlung noch gar nicht so alt ist. Erst vor gut zwei Jahrhunderten wurde sie in den fränkischen Fürstentümern allgemein eingeführt. Gleichsam die Pionierin aller bayerischen Konfirmanden war bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts die Bayreuther Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie.

Die 15-jährige Tochter der berühmten Bayreuther Markgräfin Wilhelmine besaß zwei herausragende Eigenschaften, die nur selten in einer Person vereint sind: Sie war - nach dem fachmännischen Urteil des berühmten Chevaliers Casanova - Europas schönste Prinzessin. Und sie war vermutlich auch die frömmste mit der größten Bibelkenntnis. Damit trat sie im April 1748 vor ihrem Konfirmator, dem Bayreuther Hofprediger German August Ellrod, zur Prüfung an.

Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie meistert Prüfung zur Konfirmation

Geschenkt wurde dem edlen Fräulein nichts. Nachdem sie auf einem samtbeschlagenen Stuhl Platz genommen hatte, bombardierte sie der Hofprediger mit den religiösen Prüfungsfragen. "Mit bewundernswerter Frömmigkeit", so heißt es in einem Bericht aus dieser Zeit, konnte die Prinzessin vor einem erlauchten Kreis alle Fragen beantworten und sogar mit passenden Bibelversen belegen.

Dann küsste sie ihrem Vater, Markgraf Friedrich, und ihrer Mutter die Hand, bevor sie sich mit einem klaren "Ja" zum evangelischen Glauben und zu einem christlichen Lebenswandel bekannte. Vier Tage später ging sie in der Bayreuther Stadtkirche erstmals zum Abendmahl.

Fünf Monate nach der Zeremonie heiratete sie den württembergischen Herzog Karl Eugen - und wurde todunglücklich. Ihr Konfirmationsgelübde hat die Prinzessin indes bis zum letzten Atemzug gehalten. Sie starb schon sehr früh mit 47 Jahren auf Schloss Fantaisie bei Bayreuth. Ihren Todeskampf hatte sie mit großer Standhaftigkeit durchgestanden. Überliefert sind ihre Worte: "Das ist ein Kampf. Aber ich habe Kraft, obwohl sie nicht meine eigene ist. Komm bald, Herr Jesus."

 

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