24.05.2016
Künstlerporträt

Brigitte Schwacke und die Kunst der Netzwerke

Mit einem speziell legiertem Draht kreierte die Künstlerin Brigitte Schwacke ein imaginäres Netz über die Stadt Landshut um damit Orte des Glaubens zu verbinden. Für sie sind Netzwerke Verbindungen, können aber auch Gefangenschaft bedeuten.
Netze von Brigitte Schwacke

Netzwerke stehen für Verbindungen und Gemeinschaft, für Verknüpfungen, aber auch für Gefangen Sein. Die Münchner Künstlerin Brigitte Schwacke startete 2016 unter dem Titel "Gewebe – ephemere Erscheinung" ein bayernweites Projekt, bei dem sie mit der textilen Tradition des Knüpfens und Strickens arbeitet.

Die Bildhauerin Brigitte Schwacke bat Frauen und Männer, ein Stück Draht zu häkeln. Die rechteckigen Elemente, die dabei entstehen, unterscheiden sich alle – mal sind sie engmaschig oder weitmaschig, mal groß geraten oder eher klein.

Bildhauerin Brigitte Schwacke arbeitet mit Draht

Brigitte Schwacke arbeitet mit speziell legiertem Draht. Ihre Arbeiten schaffen dreidimensionale Raumzeichnungen, die den Raum verändern und gestalten. Für die Sakralräume in Landshut schaffte sie Kunstwerke, die sich als imaginäres Netz über die Stadt legen und diese Orte des Glaubens miteinander verbinden.

Kunst und Kirche, Konfessionen und Religionen, Menschen unterschiedlichster kultureller und religiöser Prägung kommen über das Projekt miteinander ins Gespräch, entdecken mit den Werken auch deren Umgebung neu und sind aufgefordert, ihre Wahrnehmung zu hinterfragen.

Interreligiöse "Vernetzung"

Mitglieder der evangelischen Gemeinde der Christuskirche und der muslimischen DITIB-Gemeinde haben über Monate hinweg ihre eigenen ‚Lebenserzählungen‘ in die Installationen eingearbeitet. Das Flüchtige der zarten, temporären Installationen korrespondiert mit dem Ewigkeitsanspruch dieser Orte.

Über Brigitte Schwacke

1957           geboren in Marl, NRW

1983 – 89  Akademie der Bildenden Künste München, Meisterschülerin bei Sir Eduardo Paolozzi, Diplom

1991 – 93  DAAD Großbritannien, Royal College of Art, Research Assistant und Artist in Residence, Slade School of Fine Art, London

1996 – 99  Assistentin am Lehrstuhl für Freie Bildhauerei bei Cristina Iglesias, Akademie der Bildenden Künste München

2001          Mitglied im Deutschen Künstlerbund, BBK München

2002 – 05 Mitglied der Kommission für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum Quivid, der Landeshauptstadt München, lebt und arbeitet in München

Brigitte Schwacke wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Lothar-Fischer-Preis 2009. Seit 1994 realisiert sie teils als räumliche Gesamtkonzepte.

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