Film
"Mission Ulja Funk" hat in der Kategorie Langfilm beim diesjährigen "Goldenen Spatzen" gewonnen. Das gleichnamige traditionsreiche Kinder-Medienfestivals fand in diesem Jahr fast vollständig im Internet statt.

Der Film "Mission Ulja Funk" über eine zwölfjährige Nachwuchswissenschaftlerin, die einen Asteroiden entdeckt, hat den "Goldenen Spatzen" in der Kategorie Langfilm des gleichnamigen Kinder-Medienfestivals gewonnen.

Mit der Entscheidung der traditionellen Kinderjury für die deutsch-polnisch-luxemburgische Produktion wurde am Freitagabend auch automatisch Regisseurin Barbara Kronenberg der mit 1.500 Euro dotierte Sonderpreis des Thüringer Ministerpräsidenten zugesprochen. Der Siegerfilm steht wie alle anderen Wettbewerbsbeiträge noch eine Woche im Internet zum Anschauen zur Verfügung - ein in Corona-Zeiten geschlossenen Kinos geschuldetes Novum in der Geschichte des Filmfestivals.

Fast das gesamte Festival fand wegen der Pandemie online statt

Fast dessen ganze 29. Auflage habe wegen der Pandemie ins Internet verlegt werden müssen, bilanzierte Festivalchefin Nicola Jones am Freitag in Erfurt. Das gelte vor allem für das umfangreiche Fachprogramm, dass neben der Leistungsschau der Branche traditionell den zweiten wichtigen Teil des Angebots ausmache.

Dafür hatten die Mädchen und Jungen der Kinderjury in den vergangenen Tagen echte Kinoerlebnisse. Er habe sich so über die Einladung nach Thüringen gefreut, erzählte etwa Rafael aus Liechtenstein. Dass er dann - nach mehr als einem Jahr Leben mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie - wirklich wieder vor einer riesigen Leinwand sitzen konnte, sei für ihn einfach "mega" gewesen.

Die Kinderjury verleiht sechs Preise

Insgesamt sechs Entscheidungen traf er in der Kinderjury mit Mitgliedern aus ganz Deutschland und den deutschsprachigen Regionen Europas. Sie erkannten Charlotte Krause für ihre Rolle des Zottels in "Die Hexenprinzessin" einen Spatzen als beste Darstellerin zu. Bei den Kurzfilmen siegte "Fuchs für Edgar" und bei den Serien "Die Erben der Nacht: Der Funke erwacht".

Zur besten Doku kürten die jungen Leute "Seepferdchen". In der Kategorie Unterhaltung konnten sich die "Ninja Warrior Kids" mit der Folge eins durchsetzen. Im Digital-Wettbewerb unter dem Motto "Gute Geschichten. Digital erzählt" begeisterte "El Hijo - a Wild West Tale" die Kinderjury am meisten.

Ausgenommen sind die Kinderjuroren bei den dotierten Auszeichnungen. Über den Urkunden-Preis für das beste Drehbuch des MDR-Rundfunkrates und 4.000 Euro durften sich Hannah Schweier und Stefan Westerwelle für "Into the Beat, dein Herz tanzt" nach einer Idee von Vera Kissel freuen. Schließlich ergatterte "Das schaurige Haus" den Publikumspreis für den besten Jugendfilm. Er ist mit 2.500 Euro dotiert, gestiftet von der Handwerkskammer Erfurt.

Die ausgezeichneten Filme stehen online zur Verfügung

"Wir haben das Beste aus der Situation gemacht", blickte Jones auf den Wettbewerb zurück, räumte aber das Fehlen des klassischen gemeinsamen Kinoerlebnisses ein. Anders als in den Vorjahren stünden alle Beiträge - und damit auch die siegreichen Produktionen - noch eine Woche im Internet zur Verfügung.

Diese Chance sollten Filmliebhaber nicht verstreichen lassen. "Es ist leider noch nicht abzusehen, wann die Filme in den Kinos - wenn diese dann wieder geöffnet haben - zu sehen sein werden", erklärte Jones.

Das inzwischen jährlich von der Deutschen Kinder-Medienstiftung "Goldener Spatz" veranstaltete Festival fand 1979 zum ersten Mal statt. Es gilt als größtes Kinderfilmfestival in Deutschland.
 

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