2.03.2019
Musikfestival

Internationale Orgelwoche Nürnberg: Was die Besucher im Sommer 2019 erwartet

261 Drittklässler aus Nürnberger Grundschulen werden am 28. Juni mit dem Konzertprojekt "SingBach" in der Lorenzkirche die 68. Ausgabe der Internationalen Orgelwoche Nürnberg (ION) eröffnen. Der neue künstlerische Leiter Moritz Puschke stellte kürzlich nicht nur das Programm des Musikfestivals, sondern auch einige Neuerungen vor.
Moritz Puschke, künstlerischer Leiter der Internationalen Orgelwoche Nürnberg
Moritz Puschke ist der neue künstlerische Leiter der Internationalen Orgelwoche Nürnberg. Sein erstes Programm trägt eine individuelle Handschrift.

Der neue künstlerische Leiter der Internationalen Orgelwoche Nürnberg Moritz Puschke will den internationalen Charakter des Festivals der geistlichen Musik hervorheben. Die Veranstaltungen hätten weit mehr als Orgelmusik zu bieten, sagte Puschke. Der aus Berlin stammende und in einem protestantischen Pfarrhaus im schleswig-holsteinischen Rendsburg aufgewachsene Kulturmanager hat Nürnberg in den vergangenen Monaten ganz im Sinne des Festivalmottos "Spuren" erkundet. Er sei überwältigt, wie viele schöne und akustisch hervorragende Kirchen und Veranstaltungsräume sich fußläufig in der Nürnberger Altstadt befinden.

Mit dem Schüler-Singprojekt, für das die Mädchen und Jungen in ihren Klassen und an gemeinsamen Proben Bach-Melodien nach einer Konzeption der Kirchenmusikerin Friedhilde Trüün einstudieren, wolle er die Stadtgesellschaft von Jung auf ebenso in die Konzerte locken wie mit der "Langen Nacht der Musik": Am 28. Juni finden bei freiem Eintritt Konzerte in St. Sebald, St. Lorenz, St. Egidien, St. Martha, St. Elisabeth und der Frauenkirche statt.

Internationale Orgelwoche Nürnberg mit 45 Veranstaltungen

Das Programm der ION 2019 umfasst neben dem Schulprojekt 45 Veranstaltungen. Neben den bewährten Orgel-Mittagskonzerten in der ersten Juli-Woche täglich um 12.15 Uhr in der Frauenkirche sind auch zwei Uraufführungen, Gottesdienste mit besonderer musikalischer Umrahmung und das Symposium "Alles Pop?" am 9. Juli geplant, bei dem die Kirchenmusik im Fokus steht.

Weitere Höhepunkte sind beispielsweise die Aufführung der heuer 400 Jahre alten "Psalmen Davids" von Heinrich Schütz am 29. Juni sowie die Fortsetzung des von Puschkes Vorgänger und Freund Folkert Uhde eingeführten "ION Lab" (5. Juli). Auch das für eine CD-Produktion aufgezeichnete Konzert des Windsbacher Knabenchors am 8. Juli zählt zu den Highlights. Mit Benjamin Brittens (1913-1976) "War Requiem" endet die ION am 13. Juli in der Nürnberger Meistersingerhalle.

Puschke: Geistliche Musik ist alltagsrelevant

"Geistliche Musik ist nichts für Nerds, sondern alltagsrelevant. Kirchenmusiker gehören außerdem zum Humus der Gesellschaft", erklärte Puschke. Mit einem Etat von etwa einer halben Million Euro stehe die ION finanziell auf sicheren Füßen, meinte Geschäftsführerin Cornelia Schiffel. Die Projektpartner und Unterstützer, zu denen auch evangelische wie katholische Kirche zählen, hätten die Fördergelder sogar noch erhöht. Moritz Puschkes Vertrag laufe für vier Jahre.

Der Musiker singt selbst gerne in Chören mit und sammelte seine Erfahrungen unter anderem beim Festival CHOR@BERLIN, den Bremer Bachwochen und als Geschäftsführer des Deutschen Chorverbands.

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Die Internationale Orgelwoche (ION) in Nürnberg hat in diesem Jahr viel mit Abschied zu tun. Der langjährige künstlerische Leiter Folkert Uhde zeichnet zum letzten Mal verantwortlich für das Programm. Und Marcus Bosch, seit 2011 Generalmusikdirektor des Staatstheaters und der Staatsphilharmonie Nürnberg, verlässt nach dieser Spielzeit die Frankenmetropole. In der Lorenzkirche dirigierte er mit Anton Bruckners Sinfonie Nr. 4 noch einmal eines seiner Paradestücke. Ein Erlebnis, das erfüllte und gleichzeitig traurig machte.
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