9.03.2020
Ökumenischer Stadtführer

Theatinerkirche München und die Beisetzung der evangelischen Königin Karoline

Der Heilige Kajetan von Thiene, Mitbegründer des Theatinerordens, ist Namensgeber der prächtigen Theatinerkirche, die den Odeonsplatz schmückt. Der Barockbau steht jedoch auch für den Machtkampf der beiden Konfessionen.
Theatinerkirche München bei Nacht
Die Theatinerkirche in München bei Nacht

Ein mächtiger gelber Barockbau dominiert neben Feldherrnhalle und Residenz den Odeonsplatz. Die Rokoko-Fassade des 1688 fertiggestellten Theatinerkirche entwarf François de Cuvilliés. Die Kirche steht unter dem Patrozinium des heiligen Kajetan von Thiene, einem Mitbegründer des Theatinerordens.

Theatinerkirche München und die Wittelsbacher

Die Theatinerkirche beherbergt die Wittelsbachergruft, in der unter anderem die Könige Max I. Joseph (verheiratet mit der Protestantin Karoline Friederike von Baden) und Maximilian II. Joseph (verheiratet mit der Protestantin Marie Friederike von Preußen) beigesetzt sind. Marie, die am Ende ihres Lebens konvertierte, darf in einer Seitenkapelle gegenüber ihrem Gemahl ruhen.

Die Beisetzung der evangelisch gebliebenen ersten bayerischen Königin Karoline in der katholischen Fürstengruft der Wittelsbacher wurde 1841 zu einem "Trauerspiel" und zu einer Machtprobe der beiden Konfessionen. Der Erzbischof von München-Freising verbot seiner Geistlichkeit, den Sarg anders als in der Alltagskleidung zu übernehmen, am Sarg der "Häretikerin" zu beten oder ein Totenamt abzuhalten. So fand der Trauergottesdienst für die Königin ohne ein Gebet und jeglichen Gesang statt.

Besucher-Tipp

Theatinerkirche München

Die Theatinerkirche (St. Kajetan) am Odeonsplatz 22 ist täglich von 7 bis 19 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

 

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