4.05.2017
Ökumene

Bayern reisen zur Weltbund-Tagung nach Namibia

Zwölf bayerische Vertreter reisen zum 10. Mai 2017 nach Namibia zur Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes. Diesem Gremium gehören 145 Kirchen aus 98 Ländern an.
Lutherischer Weltbund: Logo
Lutherischer Weltbund

Zur 12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Namibia reist auch eine 16-köpfige Delegation aus Bayern. Sie setzt sich zusammen aus sechs stimmberechtigten Delegierten und einer Begleitgruppe, teilte die Landeskirche mit.

Die Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium des Lutherischen Weltbundes, dem 145 Kirchen aus 98 Ländern angehören. Sie beschließt die Ausrichtung des LBW für die nächsten Jahre. Die diesjährige Konferenz steht unter dem Motto »Befreit durch Gottes Gnade« und findet vom 10. bis 16. Mai in Windhuk statt. Ein Höhepunkt ist die Gedenkfeier am 14. Mai zum 500. Reformationsjubiläum im Sam-Nujoma-Stadion. 

Die sechs bayerischen Delegierten sind berechtigt, den neuen Rat und den neuen Präsidenten des Lutherischen Weltbundes zu wählen. Zu den Stimmberechtigten gehören  Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel, Oberkirchenrat Michael Martin, Kirchenrätin Maria Stettner, der Augsburger Theologieprofessor Bernd Oberdorfer sowie die Theologiestudenten Paula Göhre und Tim Sonnemeyer. Bernd Oberdorfer ist außerdem erneut für den Rat nominiert. Die zehnköpfige Begleitgruppe soll die Themen der weltweiten Kirche in die bayerischen Gemeinden weitergeben, sagte Oberkirchenrat Martin laut Mitteilung.

Der Lutherische Weltbund repräsentiert nach eigenen Angaben rund 74 Millionen Christen in aller Welt. Präsident ist aktuell Munib A. Younan (Palästina), dessen Interview in einem Spiegel-Artikel hier zu lesen ist. Einer der Vizepräsidenten ist der württembergische Landesbischof Frank Otfried July. Generalsekretär ist Martin Junge aus Chile. Insgesamt werden 800 Teilnehmer aus aller Welt zu der siebentägigen Konferenz erwartet.

Lutherischer Weltbund: Das Logo

Lutherischer Weltbund: Logo
Lutherischer Weltbund

Mit einem besonderen Logo will der Lutherische Weltbund (LWB) im Reformationsjahr 2017 das Motto „Befreit durch Gottes Gnade“ illustrieren.  Die Farbenkombination mit Blau, Orange und Grün soll die Farben Blau, Rot und Grün der namibischen Flagge aufnehmen.

Die namibischen Farben stehen für das Meer (blau), dessen Wellen über die Dünen und in die Wüste (orange) rollen. Orange/Rot symbolisiert darüber hinaus die Menschen, die zusammenstehen. Grün verweist auf die Grasslands sowie
landwirtschaftliche Ressourcen. Die Fläche zwischen den Symbolen ist weiss, Weiss steht in der namibischen
Flagge für Frieden und Einheit. Blau und Grün sind aus dem allgemeinen LWB-Logo übernommen, dort steht Blau für ewige Hoffnung und das Wasser.

Eine Bildergalerie zum Weltbund findet sich auf der Foto-Plattform Flickr.

Hintergrund

Lutherischer Weltbund (LWB)

Der Lutherische Weltbund ist die Dachorganisation von weltweit mehr als 74 Millionen lutherischen Christen. Zum LWB gehören 145 Kirchen in 98 Ländern. Er wurde am 1. Juli 1947 im schwedischen Lund gegründet. Präsident ist seit 2010 der palästinensische Bischof Munib A. Younan. Als Generalsekretär amtiert seit dem gleichen Jahr Martin Junge, ehemaliger Präsident der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile. Sitz des Dachverbandes ist Genf.

Die Lutheraner berufen sich auf die Theologie ihres Namensgebers Martin Luther (1483-1546), während sich reformierte Christen etwa an Johannes Calvin (1509-1564) oder Ulrich Zwingli (1484-1531) orientieren. Die meisten lutherischen Christen leben in Deutschland. Im Ursprungsland der Reformation gibt es elf Mitgliedskirchen mit rund 12,1 Millionen Mitgliedern.

Die Zahl der Lutheraner in der Bundesrepublik ist aber deutlich höher, da auch den unierten Landeskirchen viele lutherische Christen angehören. Größtes Mitglied im Weltbund ist die Kirche von Schweden mit 6,5 Millionen Gläubigen. Dahinter folgen lutherische Kirchen in Äthiopien, Tansania und Indonesien.

Das oberste Leitungsgremium des Lutherischen Weltbundes ist die Vollversammlung. Sie trat zuletzt 2010 in Stuttgart zusammen. Die Vollversammlung 2017 tagt vom 10. bis 16. Mai in Namibia. Die Delegierten treffen grundsätzliche Entscheidungen, legen das Arbeitsprogramm fest und wählen den Präsidenten sowie den Rat. Der Rat ist das oberste Leitungsgremium zwischen den Vollversammlungen. Ihm gehören 48 Vertreter der Mitgliedskirchen sowie Präsident und Schatzmeister an.

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