Wenn es künftig an den Mittwochvormittagen in und um die Hersbrucker Kirche klingt und gluckst, dann ist Zeit für „Baby-Kirchen-Lieder“. So lautet das Motto des Angebotes für Kinder von 0 bis 18 Monaten und deren Eltern und Großeltern, das immer mittwochs von 9.30 bis 10 Uhr stattfinden soll. „Es wird gesungen, getanzt, gekuschelt und getrommelt“, freut sich Silke Kupper, die dieses Konzept in Dänemark erstmals gesehen hat. Die neue Hersbrucker Kantorin hat dafür extra Rhythmusgeräte und weitere kleine Instrumente bestellt. Das Besondere: Gesungen werden keine Kinderlieder, sondern alte und neue Klassiker aus dem Gesangbuch, die idealerweise auch die Erwachsenen kennen. So wird der Schatz des evangelischen Liederreigens gleich spielerisch gelernt.

Auch im nur wenige Kilometer entfernten Lauf an der Pegnitz, wo Silke Kupper zwei Dekaden lang für die Kirchenmusik verantwortlich war und dort die erste Stelle nach dem Studium im westfälischen Herford angetreten hatte, stand die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Fokus der Musikerin. Dort hat sie die ganz jungen „Spatzen“ betreut und einen eigenen Jugendchor gegründet. „Man muss einfach früh ansetzen, wenn später etwas hängen bleiben soll“, ist die Mutter dreier Kinder überzeugt.

Im Alter von acht Jahren Kirchenmusik lieben gelernt

Als Achtjährige hatte sie im heimischen Butzbach im hessischen Wetteraukreis eine tolle Kirchenmusikerin erlebt, die in der jungen Silke früh die Leidenschaft für die Musik erweckte. Daran, und dass es immer engagierte Menschen braucht, um etwas voran zu bringen, erinnert sie sich gerne, deswegen gibt’s in Hersbruck jetzt auch Singen schon für Babys.

Das eigene jüngste ist mittlerweile zwölf Jahre alt und braucht ebenso wie der Rest der Familie die Mama nicht mehr rund um die Uhr. „Als die Stelle in Hersbruck ausgeschrieben war, habe ich dies als Chance gesehen. Die Orgel und die Musiklandschaft in und um die Stadt kenne ich ja sowieso schon“, meint sie. Ihre Vorgängerin Heidi Brettschneider war im vergangenen September nach schwerer Krankheit frühzeitig verstorben.

Pfarrei umgebildet

Mit 75 Prozent Stellenanteil ist Silke Kupper seit Juni 2023 nun für die jetzt umgebildete Pfarrei in Hersbruck zuständig, zu der neben der Stadt- auch die Johanneskirche sowie im Sittenbachtal die Predigtstellen in Alten- und Kirchensittenbach sowie Oberkrumbach gehören. Zum 1. September ist Pfarrer Björn Schukat von Vorra an die Pfarrstelle gewechselt. Das vierte Viertel gehört der Pflege der Kirchenmusik im Dekanat mit 30 aktiven Kirchengemeinden, in denen es viele Kirchenchöre, Kantoreien, Orchester, Gospelchöre, Singkreise, Musikgruppen, Bands und 29 Posaunenchöre mit 730 Bläsern gibt. Dekan Tobias Schäfer erklärt, sein Dekanatsbezirk habe bezogen auf die Anzahl der Gemeindemitglieder die größte „Posaunenchordichte“ in der bayerischen Landeskirche.

Aber Silke Kupper ist nicht gekommen, um alles umzukrempeln. Die Ensembles seien weitgehend mit Leitungsteams versorgt, wo es hakt, sei sie natürlich zur Stelle. „Und ich unterrichte freilich auch an der Orgel“, sagt sie. Schülerinnen und Schüler seien an der Stadtkirche jederzeit willkommen.

Wer die neue Kantorin bei ihrem ersten größeren Projekt erleben will: Am 19. November wird in der Stadtkirche das Bonhoeffer-Oratorium von Matthias Nagel aufgeführt. Tags zuvor bereits an alter Wirkungsstätte Silke Kuppers in Lauf.

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