Menschenrechte
Zwei Einrichtungen im afrikanischen Tansania werden mit dem Shalompreis für Menschenrechte ausgezeichnet. Es handelt sich um eine Schule und ein Frauenhaus. Das Preisgeld wurde ausschließlich über Spenden finanziert.
Zwei Menschen stehen vor einer Grenze (Symbolbild)
Zwei Menschen stehen vor einer Grenze. (Symbolbild)

Der Shalompreis für Menschenrechte geht im Jahr 2021 an zwei Preisträger aus Tansania. Ausgezeichnet werden das inklusive Schulprojekt in Nyashish von Schwester Felista Tangi und die Pippi House Foundation, ein Frauenhaus in Arusha, teilte der Aktionskreis "Shalom" an der Katholischen Universität Eichstätt am Mittwoch mit. Der Shalompreis ist nach Angaben der Hochschule einer der höchst dotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. Im vergangenen Jahr betrug das Preisgeld aus Spenden 32.000 Euro.

Menschenrechts-Preis für inklusive Schule

Als Reaktion auf erschreckende Körperstrafen sowie Gewalt in der Schule durch Lehrkräfte und Mitschülerinnen und Mitschüler habe Schwester Felista Tangi zusammen mit Mitschwestern vom Orden der Teresina Sisters die gewaltfreie und inklusiv arbeitende Secondary School in Nyashishi in der Provinz Mwanza in Tansania gegründet, heißt es in der Mitteilung. Die Schule setze sich in besonders für Menschen mit Albinismus ein. Man arbeite nach modernen Konzepten des "Classroom Managements" gegen Gewalt, Mobbing und Diskriminierung.

Die Pippi House Foundation for Girls sei das einzige Frauenhaus in der tansanischen Großstadt Arusha, so der Shalompreis-Arbeitskreis. Derzeit beherberge das Haus bis zu 100 Mädchen und junge Frauen im Alter von 14 bis 25 Jahren, die zuvor auf der Straße gelebt hätten, als Dienstmädchen verkauft oder Opfer von Kinderarbeit, Kinderhandel, Vergewaltigung oder Prostitution worden seien. Einige von ihnen seien schwanger oder hätten bereits kleine Kinder.

Auch Frauenhaus geehrt

Das 2011 gegründete Haus heißt "Pippi", dem Wort auf Suaheli für Süßigkeit. Der Name stehe für eine Süßigkeit im bitteren Leben, hieß es. Der Tansanier Aristides Nshange gründete die Einrichtung, weil er bei seiner Arbeit als Sozialarbeiter in Arusha bemerkte, dass in der Stadt nur männliche Waisen oder jüngere Straßenkinder unterstützt wurden. Das Haus werde finanziell nicht von der Regierung gefördert und sei komplett auf nationale und internationale Spenden angewiesen, hieß es. Der Vermieter habe dem Pippi House zum Januar 2022 gekündigt. Daher wolle die Organisation ein eigenes Haus kaufen.

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