10.12.2020
Weihnachten 2020

Trotz verkorkster Saison blickt das Nürnberger Christkind Benigna Munsi positiv in die Welt

Trotz verkorkster Saison blickt das Nürnberger Christkind Benigna Munsi positiv in die Welt. Sie studiert jetzt Schauspiel an der Universität Passau. Was sie zur aktuellen Weihnachtslage sagt.
Nürnberger Christkind Benigna Munsi

Das Nürnberger Christkind Benigna Munsi geht gelassen mit der fast vollständigen Absage ihrer zweiten Saison um. Alle rund 150 Termine in Kindergärten, Krankenhäusern, im Sternenhaus und in Seniorenheimen sind wegen der Corona-Pandemie gestrichen.

Nur im digitalen Adventskalender der Stadt und bei den BR-Sternstunden taucht die Symbolfigur der Nürnberger Weihnacht in diesem Jahr auf. Sie finde das sehr schade, "weil die Termine einem schon sehr viel geben", erklärt die 18-Jährige im Gespräch mit Sonntagsblatt.de.

"Andererseits bin ich froh, dass ich eine Amtszeit hatte, die ganz normal abgelaufen ist." Die Erinnerung daran trage sie bei sich "und die kann ich immer wieder hervorholen und das tröstet mich". Die Amtszeit als Nürnberger Christkind dauert zwei Jahre.

Nürnberger Christkind: Sie schaut optimistisch auf den nächsten Winter

Sie könne verstehen, wenn Menschen, deren Geschäft wegen Corona in diesem Jahr zusammengebrochen und für die Vieles schiefgelaufen sei, enttäuscht seien, sagte sie. Sie selbst sei von Corona nicht schwer getroffen worden. "Für mich war nichts schlimm. Ich hab mein Abitur geschrieben trotz Corona, ich habe meinen Studienplatz bekommen."

Und sie schaut optimistisch auf den nächsten Winter, in dem sie für Nürnberg als sogenanntes "Auslands-Christkind" unter anderem in die USA fliegen soll. "Ich komm schon noch mal ins Ornat", spricht sie ihr goldenes Gewand mit Krone und blonder Lockenperücke an.

Obwohl die geborene Nürnbergerin heute auf den weltberühmten Christkindlesmarkt verzichten muss, sei sie schon in einer guten Weihnachtsstimmung, erzählt Benigna Munsi. Das liege daran, dass ihre ältere Schwester, die wegen eines Auslandsjahres das letztjährige Weihnachten in der Heimat nicht erlebt hat, die Festvorbereitungen "so richtig übertreibt". "Deswegen hat sie ganz viel geschmückt, ihr macht das auch Spaß, kürzlich hat sie in fünf Stunden fünf verschiedene Plätzchensorten gebacken", verrät Benigna Munsi.

Benigna Munsi konzentriert sich auf ihr Schauspiel-Studium

Die junge Frau mit dem weihnachtlichen Nebenjob kann sich derzeit wegen der Corona-bedingten freien Zeit ganz ihrem Studium im Fach Schauspiel an der Universität Passau widmen. Die Kommilitoninnen und Kommilitonen wüssten Bescheid, dass sie das gewählte Nürnberger Christkind ist.

Die hätten sie - am Vorsprechen interessiert - viel über die Wahl befragt und darüber, was ein Christkind überhaupt macht. "Das fand ich schon cool, dass sie gefragt haben und interessiert waren. Denn das meiste, das andere mitbekommen, sind ja meist die Eröffnung und die Fernsehauftritte."

Während Benigna Munsi die letztjährige Christkindlesmarkt-Zeit im Herzen gespeichert hat, will sie auf den Rummel um ihre Person vor der Saison nicht mehr angesprochen werden. Damals gab es nach rassistischen Posts im Internet, unter anderem vom AfD-Kreisverband München-Land, einen wahren Love-Storm für die junge Frau. Benigna ist die Tochter einer Deutschen und eines indischstämmigen Vaters.

"Ich habe es gut abgehakt, es kommt immer nur wieder, wenn es von Reportern angesprochen wird." Es sei anstrengend, das alles wieder hervorzuholen "und die gleichen Antworten zu geben wie letztes Jahr". Ihr täten die Menschen leid, die mit der gezeigten ablehnenden Haltung durch die Welt gingen, "und sich nicht auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist", hatte sie damals gesagt.

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Es war eine der vielen Extra-Proben für das große Musical, das jetzt wegen der Corona-Pandemie auf Herbst verschoben wurde. Für die Bayernpremiere von "Martin Luther King - ein Traum verändert die Welt" hat auch die ökumenische Singgemeinschaft St. Bonifaz in Nürnberg fleißig geübt. Mit dabei auch das Nürnberger Christkind Benigna Munsi.

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Autor
"Seit ich sprechen kann, singe ich auch", sagt Benigna Munsi. Dem Nürnberger Christkind gehört eine von rund 25 Stimmen des Projektchors der ökumenischen Singgemeinschaft St. Bonifaz in Nürnberg. Sie gehört zum Chor der 600, die in der Bayreuther Oberfrankenhalle das Martin-Luther-King-Musical aufführen. Bei einer Probe war das Sonntagsblatt dabei. Und Benigna ist nicht die Einzige, die mitfiebert.