Hochwasser-Katastrophe
Das Hochwasser, das in Folge schwerer Unwetter Südostbayern heimsuchte, hat viele Menschen um ihr Haus – und damit um ihre Sicherheit gebracht, sagt Seelsorger Norbert Ellinger.
Ein Haus versinkt im Hochwasser.

Der Verlust des eigenen Zuhauses trifft viele Menschen laut Seelsorger Norbert Ellinger besonders hart. Wenn die Sicherheit, die mit dem Haus verbunden wird, im wahrsten Sinne des Wortes in sich zusammenfällt - so wie es am vergangenen Wochenende viele Menschen in Folge der schweren Unwetter vor allem in Südostbayern erleben mussten -, erleide die Psyche eine große Verunsicherung, sagte der Leiter der Telefonseelsorge im Evangelischen Beratungszentrum (ebz) München dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie erlebe einen "plötzlichen Kontrollverlust und eine Krise".

Hochwasser: In Erleichterung mischt sich Entsetzen

Als erstes gehe es den Menschen in der Akutphase einer Katastrophe um ihre eigene Haut, also um das Bedürfnis zu Überleben, beschrieb der Pfarrer weiter. Wenn das gesichert sei, kämen die erlittenen Verluste in den Blick. "In die Erleichterung, noch einmal davon gekommen zu sein, mischt sich das Entsetzen über die Verluste, was Sicherheit, Stabilität und Geborgenheit anbelangt", erläuterte Ellinger. Das Haus stehe hierbei vermutlich an erster Stelle, da es Sicherheit und Unverrückbarkeit suggeriere und symbolisiere.

Die Telefonseelsorge des ebz München hat bisher wenige Anrufe in Folge der Hochwasser-Katastrophe erhalten. Einige Personen waren betroffen aufgrund der Bilder, die sie im Fernsehen gesehen haben, berichtete Ellinger. Ein Anrufer aus dem Rheinland habe die ganze Nacht im Auto verbracht und sich einfach gemeldet, um sich zu entlasten, indem er davon erzählte. Eine weitere Anruferin sei durch die Bilder an ihre Erlebnisse im Krieg erinnert worden.

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