+++ Newsticker Hochwasser +++
Hochwasser in Deutschland: Alle aktuellen Entwicklungen findet ihr bei uns im Newsticker.
Hochwasser an einem Fluss. (Symbolbild)

Spenden für Hochwasser-Opfer

Wenn Sie den Opfern der Hochwasser-Katastrophe helfen wollen, können Sie spenden, zum Beispiel hier:

Diakonie

Caritas

Auf der Seite "Gedenkenswert" können Sie außerdem eine virtuelle Kerze für die Flutopfer anzünden. 

TV-Sender sammeln Millionenbeträge für Flutopfer

Montag, 26. Juli 2021: Mehr als 85 Millionen Euro haben Sat.1 und die ARD für Betroffene der Flutkatastrophe gesammelt. Das Geld geht über die Aktion Deutschland hilft in die Katastrophengebiete in NRW, Rheinland-Pfalz und Bayern, teilten die Sender mit. Bei Sat.1 seien insgesamt knapp 31,2 Millionen Euro eingegangen, erklärte das Unternehmen am Sonntag in Unterföhring. Die ARD berichtete in Köln von mehr als 54 Millionen Euro. Die Spendenaktionen laufen weiter.

Die Sendung „Deutschland hilft. Die SAT.1-Spendengala“ am Samstagabend wurde von vielen Prominenten wie etwa dem ehemaligen Fußballnationalspieler Gerald Asamoah, der Sängerin Lena Meyer-Landrut, dem Schauspieler Samuel Koch und der Komikerin und Moderatorin Hella von Sinnen unterstützt. Dem Sender zufolge spendeten auch zahlreiche Unternehmen große Summen.

Die ARD erklärte, allein am Benefiz-Tag der ARD am vergangenen Freitag hätten hilfsbereite Menschen 16,5 Millionen Euro für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe gespendet. In den drei Stunden der Spenden-Gala am Freitagabend seien knapp acht Millionen Euro eingegangen. In der ARD-Benefiz-Gala „Wir halten zusammen!“ kamen Betroffene, Helfer und Fachleute zu Wort. 4,82 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Live-Sendung laut ARD im Ersten und den dritten Programmen.

Diakonie gibt vier Millionen Euro für Flutopfer

Samstag, 24. Juli 2021: Die Diakonie Katastrophenhilfe gibt in einem ersten Schritt vier Millionen Euro für die Betroffenen der Flutkatastrophe. Auch Betroffene in Bayern könnten über die örtliche Diakonie Soforthilfen in Höhe von 300 Euro pro Haushalt beantragen, teilten evangelische Kirche und Diakonie in einer gemeinsamen Mitteilung mit. Zugleich riefen sie zu Spenden auf.

"Der Bedarf an Hilfe ist enorm", stellte Sandra Schuhmann fest, im Vorstand des Diakonischen Werks Bayern (Nürnberg) zuständig für die Katastrophenhilfe. Sie sei dankbar für die große Hilfsbereitschaft der vergangenen Tage und rufe weiterhin dazu auf, die Menschen mit Spenden zu unterstützen, damit sie wieder auf die Beine zu kämen.

Die finanziellen Hilfen an die betroffenen Menschen würden unbürokratisch ausgezahlt, erklärte der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe auf Bundesebene, Martin Keßler. Die Soforthilfe nach der Katastrophe sei zur Deckung der Grundversorgung gedacht und nicht an Bedingungen geknüpft. In Bayern sind die Ansprechpartner die örtlichen diakonischen Werke oder die Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit (KASA).

Benefizkonzert in Berchtesgaden

Freitag, 23. Juli, 14.05 Uhr: Das Unwetter vom vergangenen Wochenende hat die Region und viele Menschen hart getroffen. Um einen kleinen finanziellen Beitrag zu leisten, aber auch um ein Bewusstsein für die harte Situation vieler Menschen zu schaffen, wird das Bad Reichenhaller Musikerehepaar Margarethe und Robert Schlegl ein Benefizkonzert spielen. Am Montag, 26. Juli spielen die zwei Profi-Musiker in der Christuskirche Berchtesgaden zugunsten des Vereins 'Berchtesgaden hilft'. Aufgrund der reduzierten Platzanzahl wird das Programm zweimal aufgeführt, um 18.30 Uhr und 19.30 Uhr. Neben dem Spendenerlös fließen auch 50% des CD-Verkaufs dem Verein zugute. Der Verein ‚Berchtesgaden hilft‘ wird diese Einnahmen übernehmen und dann gemäß seiner Satzung entsprechend in den betroffenen Gemeinden verwenden.

Bundesweites Glockenläuten für Betroffene der Unwetterkatastrophe

Donnerstag, 22. Juli, 16.32 Uhr: Als Zeichen der Anteilnahme nach der Unwetterkatastrophe sollen am Freitagabend bundesweit Kirchenglocken läuten und zu Andachten und Gebeten einladen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sprach am Donnerstag von "einem starken Zeichen der Solidarität", wenn viele evangelische Gemeinden bundesweit Andachten feiern. Auch katholische Bistümer riefen zu Glockenläuten und Gebeten auf.

Der katholische Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sagte: "Das Läuten der Glocken und unser Gebet um Gottes Beistand mögen Trost und Stärkung sein." Der Limburger Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, will im Limburger Dom bei einer Andacht nach eigenen Worten ein öffentliches Zeichen des Zusammenhalts setzen und gemeinsam um Gottes Beistand bitten.

Ausgegangen war die Initiative von den vom Hochwasser besonders betroffenen evangelischen Landeskirchen im Rheinland und in Westfalen. Die Glocken sollen ab 18 Uhr läuten.

Dekan gegen schlichtes "Das wird schon wieder"

Mittwoch, 21. Juli, 12.43 Uhr: Gegen ein schlichtes "Das wird schon wieder" für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe hat sich der Traunsteiner Dekan und ehemalige Seelsorgereferent Peter Bertram ausgesprochen. Wer gerade seine Existenz habe den Hang hinunterschwimmen sehen, werde solche – wenn auch gut gemeinten – Vertröstungsworte nicht spüren können, sagte er am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am Wochenende wurde auch der Südosten Bayerns und insbesondere das Berchtesgadener Land von heftigem Starkregen und Unwetter getroffen.

Viele Menschen in Berchtesgaden hätten ihre Häuser selbst gebaut. Entsprechend seien die Schäden enorm, da seien ganze Lebenswerke verloren, berichtete Bertram. Außerdem gebe es in der beliebten Touristenregion viele Beherbergungsbetriebe, sodass durch die Unwetterschäden ganze Existenzen auf dem Spiel stünden.

So richtig fassen, was geschehen ist, können die meisten Menschen das aktuell noch nicht, meinte der Seelsorger. Aktuell seien sie damit beschäftigt, zu sichern und zu retten. "Das Begreifen, was da eigentlich passiert ist, kommt oft erst etwas später", sagte der Dekan.

Söder verspricht umfassende Fluthilfe

Dienstag, 20. Juli, 10.19 Uhr: Die Opfer der Flutkatastrophe im Berchtesgadener Land sollen nach Aussage von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schnelle und umfassende Hilfe erhalten. Die Soforthilfen für Privathaushalte beliefen sich auf bis zu 5.000 Euro, sagte Söder am Dienstagmorgen in der Bayern 2 "radioWelt".

Wenn ganze Existenzen betroffen seien, könne es einen Ersatz von 100 Prozent geben. Insgesamt stelle der Freistaat - zusätzlich zu den vom Bund angekündigten 300 Millionen Euro - "erstmal 50 Millionen Euro" für Soforthilfen bereit. Die Summen seien ähnlich hoch wie bei der Flutkatastrophe von 2013 in Deggendorf. Die Auszahlung laufe über entsprechende Stellen vor Ort. Grundlage für die Regulierung der Schäden seien Versicherungen.

Anspruch auf Hilfe hätten auch Menschen, die ihre Häuser nicht versichert haben - wenn sie in besonders großer Not sind. Nach der jüngsten Hochwasserkatastrophe befasst sich das bayerische Kabinett heute (Dienstag) mit den Folgen der heftigen Unwetter mit Starkregen und Überschwemmungen.

Passau sieht sich für Hochwasser gut gerüstet

Montag, 19. Juli, 14.30 Uhr: Jochen Wilde, Dekan in Passau, berichtet gegenüber dem Sonntagsblatt, man habe am Vormittag eine dringende Anfrage an die betroffenen Gemeinden gerichtet. "Gott sei Dank sind nach unserem Kenntnisstand bislang keine Personen zu Schaden gekommen. Auch Kirchengebäude, Gemeindehäuser und sonstige kirchliche Gebäude sind bislang nicht vom Hochwasser betroffen." 

In der Stadt Passau, die Hochwasser-erprobt sei, würden die routinierten Vorsorgemaßnahmen getroffen: Sandsäcke, Freiräumen von Kellern und Parkplätzen. Das Schlimmste sei aber wohl überstanden, es sei nicht mit einer erhöhten Meldestufe zu rechnen, so Wilde weiter.

Für die Opfer des Hochwassers wird gebetet

Montag, 19. Juli, 11.04 Uhr: In vielen bayerischen Kirchengemeinden wird für die Opfer der schweren Unwetter am vergangenen Wochenende gebetet. Überall seien große Betroffenheit, Hilfsbereitschaft und Solidarität spürbar, sagte etwa die evangelische Pfarrerin Uli Wilhelm aus Garmisch-Partenkirchen am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Im ökumenischen Familiengottesdienst im Zuge des Festivals "GAP beinand" im Garmischer Kurpark sei die Hälfte der Kollekte für die Hochwasseropfer-Unterstützung gesammelt worden. Auch beim bekannten evangelischen Kampenwand-Gottesdienst am Chiemsee und in vielen Kirchengemeinden habe man für die Betroffenen gebetet, sagte Katrin Schachinger aus dem Dekanatsbüro Rosenheim.

Dort sei man diesmal "Gott sei Dank" nicht vom Hochwasser betroffen. Auch in Garmisch sei es "überhaupt nicht schlimm", sagte Wilhelm, auch wenn die Flüsse ordentlich voll seien. Weder Gemeinderäume noch Kirchen seien hier vom Hochwasser betroffen, die Meldestufe 1 wurde nicht überschritten. Auch über Schäden bei Privatpersonen aus ihrer Gemeinde sei ihr nichts bekannt.

Anders sah es im Dekanat Traunstein aus, zu dem das schwer gebeutelte Berchtesgadener Land gehört. Im Dekanat konnten viele Veranstaltungen aufgrund des Starkregens nicht stattfinden, erklärte Dekan Peter Bertram gegenüber dem Sonntagsblatt. Auch hier sei in den Gottesdiensten der Gemeinden vielerorts für die Betroffenen gebetet worden.

Lage entspannt sich etwas

Montag, 19. Juli, 9.30 Uhr: Nach den dramatischen Zuständen in den vergangenen Tagen scheint sich die Hochwasserlage in Bayern laut BR24 aktuell zu entspannen. Flusspegel sinken, es gibt Hochwasser-Entwarnungen, Menschen kehren zurück in ihre Häuser und die Aufräumarbeiten beginnen. Klar sei dennoch, dass das Unwetter, seine Folgen und mögliche Hilfsangebote die Gemeinden weiter beschäftigen werden, sagte Pfarrerin Wilhelm - das gelte aber "ja hoffentlich für alle Kirchen in unserem Land".

Pfarrer Josef Höglauer von der evangelischen Kirche in Berchtesgaden erklärte am Sonntag gegenüber dem Sonntagsblatt:  "Die Nacht gestern war schlimm. Viele Leute mussten ihre Häuser verlassen.” Die evangelischen Kirchen und Gemeindehäuser im Talkessel seien vom Hochwasser nicht betroffen. Aber die Sorge um Gemeindeglieder sei groß, so Höglauer. Die evangelische Kirche in Berchtesgaden blieb unbeschadet. Für die Gemeinde sei es aber eine schwierige Situation: "Wir hatten am Sonntag Konfirmation. Von den sechs Konfirmanden in der Gruppe konnten aber nur drei kommen” sagte Höglauer. Die Lage sei nach immer noch angespannt. Denn es werde im Landkreis Berchtesgaden weiterer Regen erwartet. 

Im Dekanat Traunstein konnten viele Veranstaltungen nicht stattfinden. Zur Einführung des evangelischen Pfarrers Florian Herrmann in Bad Reichenhall konnten viele Gäste wegen des Hochwassers nicht anreisen, erklärte Dekan Peter Bertram. In den Gottesdiensten der Gemeinden werde vielerortes für die Betroffenen gebetet.

Im Landkreis Berchtesgaden und in Passau versuchen die Menschen, sich vor den Fluten zu schützen - hier könnte die Situation über Nacht noch schlimmer werden. Häuser werden evakuiert, überspülte Straßen und Gleise geräumt - ein Einsatz bis an die Grenzen von Mensch und Material, so ein Bericht auf BR24.

Landesbischof Heinrich-Bedford-Strohm ruft auf zu Solidarität und Gottvertrauen

Sonntag, 18. Juli, 18.04 Uhr: Zu Solidarität und Gottvertrauen, auch angesichts von Katastrophen, hat der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Predigt zum 1.200 Jubiläum des mittelfränkischen Ippesheim aufgerufen.

Der Ort habe in seiner 1200-jährigen Geschichte viele Anfechtungen und Abgründe erlebt, und doch habe Gott immer wieder einen neuen Anfang geschenkt und Menschen geschickt, die aufgeholfen haben. Auch manche Opfer der Hochwasserkatastrophe erlebten wie ein Wunder Hilfe. "Es sind berührende Geschichten der Hilfsbereitschaft, die jetzt gerade geschrieben werden", sagte der Bischof.

Die Marktgemeinde Ippesheim wurde erstmals urkundlich im Jahr 820 in den Annalen des Benediktiner-Klosters Fulda erwähnt. Zu Ippesheim mit seinen rund 1.100 Einwohnern gehören die beiden Ortsteile Bullenheim und Herrnberchtheim.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Kabinett soll Sofortprogramm beschließen

Sonntag, 18. Juli, 17.42 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte am Sonntag gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die Unwetterregion in Rheinland-Pfalz. Beide zeigten sich tief betroffen von den schockierenden Bildern vor Ort. Die Bundeskanzlerin sagte den Opfern umfassende Hilfe der Regierung zu, das Kabinett soll am Mittwoch ein Sofortprogramm beschließen, so eine Mitteilung der Bundesregierung.

Mit Blick auf die Zukunft betont Bundeskanzlerin Merkel: "Wir müssen uns sputen, wir müssen schneller werden beim Kampf gegen den Klimawandel." Es sei eine umfassende Analyse notwendig, was beim Hochwasserschutz, in Land- und Forstwirtschaft angepasst werden müsse. Die Summe der Umweltschäden in Deutschland spreche für sich, so Merkel.