5.06.2020
"10 Tipps, wie du dich nicht verarschen lässt"

Verfassungsschutz will Jugendliche mit neuem Video über Rechtsextremismus aufklären

Mit einem Kurzfilm will das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) insbesondere Jugendliche über die Gefahren des Rechtsextremismus aufklären.
Kind Laptop Video Internet Computer

Das rund vierminütige Internetvideo mit dem Titel „10 Tipps, wie du dich nicht verarschen lässt - diesmal von Rechtsextremisten“ ist auf Youtube verfügbar und soll Jugendliche über Rechtsextremismus aufklären.

Darin warnen die Verfassungsschützer im Comic-Stil vor den perfiden Methoden Rechtsextremer, Jugendliche zu vereinnahmen - speziell in der Corona-Krise. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und LfV-Präsident Burkhard Körner stellten das Video am Mittwoch in München vor.

Es ist der vierte Kurzfilm in einer geplant sechsteiligen Reihe. Die ersten Teile seit Start der Präventionskampagne 2017 handelten von den Gefahren durch soziale Medien, Linksextremismus und Salafismus, dieses Jahr soll noch ein Film gegen Scientology erscheinen.

Präventionskampagne

„Die unmittelbarste Bedrohung in Deutschland geht derzeit vom Rechtsextremismus aus“, sagte Herrmann. In Corona-Zeiten hätten zudem Fake-News gerade aus der rechtsextremistischen Szene Hochkonjunktur. Körner sagte, der Verfassungsschutz beobachte „manche Entwicklung bei den sogenannten Corona-Protesten mit Sorge“, und warnte vor einem wachsenden Zulauf etwa bei der QAnon-Verschwörungsbewegung auch in Bayern.

Der Kurzfilm wolle „die Medienkompetenz stärken“ und eine differenzierte Sichtweise vermitteln: auf die Taktiken der Rechtsextremen, die gezielt Jugendliche mit einer noch nicht gefestigten Persönlichkeitsstruktur gewinnen wollten, wie auf die Themen, die sie „für ihre Hetze missbrauchen“, sagte Herrmann.

Film über Rechtsextremismus

So macht der Film beispielsweise deutlich, dass Rechtsextreme häufig bestimmte Mode tragen und bestimmte Musik hören, die an der Oberfläche nicht als rechtsextrem erkennbar sind. Zudem spiegelten Rechtsextreme häufig ein soziales Engagement vor, mit dem sie aber vor allem Anhänger ködern wollten.

Jugendliche sollten sich nicht von vermeintlich „coolen Aktionen“ wie dem Verhüllen von Gebäuden mit rechtsextremer Propaganda täuschen lassen und sollten Internetbeiträge immer gründlich hinterfragen, bevor sie sie teilen. „Wer stark ist, braucht keinen Hass“, heißt es in dem Video weiter, und es gelte ein „Nein zur Gewalt“.

Polizei Bayern teilt Video

Die Filme sind abrufbar über die Webseite des LfV und auf dem Youtube-Kanal der Staatsregierung. Auch die bayerische Polizei verbreite die Filme über mehrere soziale Medienkanäle, teilte das LfV auf epd-Anfrage mit. Mit der Resonanz ist man weitgehend zufrieden: Beim ersten Film „10 Tipps für das Verhalten in sozialen Medien“ seien binnen zwei Wochen nach seiner Veröffentlichung am 13. Juli 2017 knapp 100.000 Online-Aufrufe und Interaktionen registriert worden.

Auch der Film vom Juni 2018 gegen autonomen Linksextremismus habe „großen Widerhall“ gefunden, während der im März 2020 veröffentlichte Film über Salafismus aufgrund der medialen Präsenz der Corona-Pandemie bislang auf „temporär reduziertes Interesse“ stieß.

Die Filme würden auch in der Arbeit der bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) und der Präventionsstelle Salafismus des LfV verwendet und darüber verbreitet, hieß es. Dadurch erreichten sie Kernzielgruppen wie etwa Lehrkräfte und Schüler.

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Corona-Krise

Entlohnung in der Pflege
Die meisten Bundesländer wollen die Sonderprämie für Pflegekräfte aus eigenen Mitteln aufstocken - und nehmen dafür Millionenbeträge in die Hand. Wann das Geld überwiesen wird, ist unterschiedlich. Lesen Sie alles rund um den Pflegebonus in unserem Newsticker.

Umgang mit dem Tod

"Das Coronavirus führt uns vor Augen, dass der Mensch immer noch schmerzhaft sterblich ist", meint der Seelsorger und Autor Rainer Liepold, der in der Sterbebegleitung und in einem Pflegezentrum tätig ist. Liepold beleuchtet in seinem Beitrag die Frage, wie unsere Gesellschaft jetzt mit dem Thema Tod umgeht - und was es mit dem Streben nach Unsterblichkeit auf sich hat.