1.12.2020
Corona-Krise

Pflegebonus-Newsticker: Augustinum zahlt Corona-Prämie für alle Angestellten

Die meisten Bundesländer wollen die Sonderprämie für Pflegekräfte aus eigenen Mitteln aufstocken - und nehmen dafür Millionenbeträge in die Hand. Wann das Geld überwiesen wird, ist unterschiedlich. Lesen Sie alles rund um den Pflegebonus in unserem Newsticker.
Entlohnung in der Pflege

Augustinum-Gruppe zahlt Corona-Prämie für alle Angestellten

1. Dezember 2020: 500 Euro plus einen Urlaubstag bekommen alle rund 5.000 Mitarbeitenden der Augustinum-Gruppe als Dank für ihren Einsatz in der Corona-Pandemie. "Für uns gibt es keine Diskussion, wer systemrelevant ist", sagte Geschäftsführer Joachim Gengenbach laut einer Mitteilung. Deshalb gehe die Prämie an Beschäftigte aller Berufsgruppen, von der Pflegekraft bis zur Spülhilfe, vom Buchhalter bis zur Lehrerin.

Die Corona-Prämie betrage 500 Euro für Vollzeitkräfte. Teilzeitbeschäftigte erhielten einen anteiligen Betrag entsprechend der persönlichen Arbeitszeit. Sofern nicht bereits andere Corona-Boni gezahlt worden seien, sei die Prämie dank des staatlichen Sonderfreibetrags für 2020 steuerfrei. Geldprämie und Urlaub summieren sich für das Augustinum nach eigenen Angaben auf insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. "Damit wollen wir den Kolleginnen und Kollegen eine Freude machen und sie auch für die vor uns liegende Zeit motivieren", so Gengenbach.

Die Augustinum-Gruppe ist bundesweit Trägerin von 23 Seniorenresidenzen, zwei stationären Pflegeeinrichtungen, einer Fachklinik für Innere Medizin sowie zahlreichen heilpädagogischen Einrichtungen, Schulen und Internaten im Großraum München.

Berlin stockt Corona-Prämie für Pflegekräfte auf 1.500 Euro auf

16. Oktober 2020: Berlin stockt die Corona-Prämie für Pflegekräfte um 500 auf 1.500 Euro auf. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung in der Bundeshauptstadt mit. Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte bereits Ende September grünes Licht für die volle Aufstockung aus Landesmitteln gegeben. Für den Landesanteil der Corona-Sonderzahlung stelle Berlin insgesamt 18,5 Millionen Euro zur Verfügung. Von der Prämie sollen rund 46.000 Beschäftigte in Berliner Pflegeeinrichtungen und -diensten profitieren. Eine Unterscheidung nach Trägerschaft existiere nicht, hieß es.

1.000 Euro der Corona-Prämie finanziert der Bund über die Pflegeversicherung. Damit soll der besondere Einsatz der Beschäftigten in der Corona-Pandemie gewürdigt werden. Der gestaffelte Anspruch richte sich nach Arbeitszeit und Tätigkeit der Pflegekräfte. Die volle Prämie erhielten Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung.

Der Berliner Senat setzte sich auf Bundesebene seit längerem für die Einführung eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrags ein, erklärte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Über die einmalige Corona-Prämie hinaus benötigten Pflegekräfte vor allem eine verlässliche Zusage für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne.

Rheinland-Pfalz will Landeszuschuss zu Corona-Prämie für Krankenpflegekräfte

9. September 2020: Die geplante Corona-Prämie für Pflegekräfte in Krankenhäusern soll in Rheinland-Pfalz mit Landesgeld aufgestockt werden. Die Fraktionen der regierenden Ampel-Koalition einigten sich am Mittwoch auf einen gemeinsamen Änderungsantrag für den notwendig gewordenen Nachtragshaushalt. "Durch ihr herausragendes Engagement und unter großem persönlichem Einsatz haben die Pflegerinnen und Pfleger in den Krankenhäusern wesentlich dazu beigetragen, die Corona-Krise zu stemmen", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von SPD, FDP und Grünen. Um die Versorgung der Covid-19-Patienten sicherzustellen hätten viele auf Urlaub, Freizeit und Familienleben verzichtet

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatten zuvor vorgeschlagen, auch einem Teil der Pflegekräfte in Krankenhäusern für ihren Einsatz in der Corona-Pandemie eine Prämie zu zahlen. Die Bundesregierung unterstützt den Vorstoß. Der einmalige Bonus in Höhe von bis zu 1.000 Euro soll nach dem Willen der rheinland-pfälzischen Regierungsfraktionen mit Landesmitteln um 500 Euro aufgestockt werden

Ähnlich war das Land im Frühjahr bereits mit der ersten Corona-Prämie verfahren, die zunächst lediglich an Beschäftigte in der Altenpflege ausgezahlt worden war. Insgesamt sieht der Entwurf für den Nachtragshaushalt bislang 22 Millionen Euro für den Pflegebonus vor. Für eine Gleichstellung von Alten- und Krankenpflegekräften bei den Prämienzahlungen hatte sich auch die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag ausgesprochen.

Pflegekammer begrüßt Corona-Bonus für Pfleger und Schwestern

7. September 2020: Die Präsidentin der Pflegekammer Niedersachen, Nadya Klarmann hat die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte Corona-Prämie für die Pflegekräfte in den Krankenhäusern begrüßt. Dass bisher lediglich die Pflegekräfte in den Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten den Bonus bekommen sollten, sei eine "himmelschreiende Ungerechtigkeit" gewesen, sagte sie am Donnerstag in Hannover.

Die Pflegekammer habe in den vergangenen Monaten immer wieder gefordert, die Zahlung auch an die Beschäftigten in den Krankenhäusern, Rehakliniken, Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie der Kinderkrankenpflege auszuweiten. "Diese Trennung hat den Unmut vieler in der Pflege Beschäftigter hervorgerufen und für eine Spaltung der Pflege geführt", sagte Klarmann. Sie mahnte an, nun die Beschäftigten in Einrichtungen der Behindertenhilfe und alle anderen, die bisher leer ausgegangen sind, nicht zu vergessen.

Klarmann appellierte an die Politik, die eingeplanten 100 Millionen Euro aufzustocken. Rein rechnerisch reiche diese Summe bei 1.000 Euro pro Beschäftigten nur für 100.000 Pflegende. Außerdem warnte sie vor der Idee, mit der Prämie seien alle Forderungen nach mehr Gehalt vom Tisch: "Es führt kein Weg an flächendeckenden Tarifverträgen mit deutlich höheren Gehältern als heute vorbei."

Auch ein Teil der Krankenpflegekräfte soll Corona-Prämien bekommen

3. September 2020: Nach den Altenpflegekräften soll auch ein Teil des Pflegepersonals in Krankenhäusern eine Corona-Prämie erhalten. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin an. Er werde einen Vorschlag umsetzen, den die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Spitzenverband der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) erarbeitet haben, erklärte Spahn. Viele Beschäftigte in den Kliniken hätten maßgeblich dazu beigetragen, Corona-Patienten unter schwierigen Bedingungen bestmöglich zu behandeln.

"Das war ein besonderer Stress", sagte der Minister.

Dem Vorschlag von DKG und GKV-Spitzenverband zufolge sollen bis zu 100.000 Pflegekräfte eine Prämie von bis zu 1.000 Euro erhalten. Wie hoch sie tatsächlich ausfällt, soll sich nach der Belastung richten, unter der die Pflegekräfte standen. Bevorzugt sollen Beschäftigte in der Pflege am Krankenbett die Zahlungen erhalten.

Wie in der Altenpflege sollen die Länder die Prämien mit je 500 Euro mitfinanzieren. 100 Millionen Euro werden aus dem Gesundheitsfonds entnommen, der hauptsächlich aus Krankenkassenbeiträgen gespeist wird. Die Mittel werden nur Krankenhäusern zugewiesen, die bis zum 30. September eine bestimmte Mindestzahl von Covid-19-Patienten behandelt haben.

Brandenburg: 85 Prozent der Anbieter beantragen Corona-Pflegebonus

28. August 2020: In Brandenburg haben inzwischen 85 Prozent der Pflegeanbieter den Corona-Bonus für ihre Beschäftigten beantragt. Von insgesamt 1.500 antragsberechtigten Einrichtungen hätten 1.275 den Antrag an die Pflegekassen gestellt, teilte das Sozialministerium am Donnerstag in Potsdam mit. Die Pflegekassen hätten den Bundesanteil des Pflegebonus von bis zu 1.000 Euro pro Beschäftigtem Mitte Juli an die Arbeitgeber ausgezahlt. Die Beschäftigten müssten das Geld nun bis Ende August erhalten. Der Landesanteil von bis zu 500 Euro pro Pflegekraft werde Mitte Dezember ausgezahlt.

Die Beschäftigten in der Altenpflege leisteten tagtäglich einen wertvollen Dienst für die gesamte Gesellschaft, betonte Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne): "Sie verdienen mehr Anerkennung." Die Arbeitgeber stünden nun in der Verantwortung, gute Arbeitsbedingungen und bessere Verdienstmöglichkeiten für die Beschäftigten in der Pflege zu schaffen.

Bundestag und Bundesrat hatten Mitte Mai die steuerfreie Prämie für Beschäftigte in der Altenpflege auf den Weg gebracht. Beschäftigten in zugelassenen Pflegeeinrichtungen haben demnach im laufenden Jahr einen je nach Tätigkeit gestaffelten Anspruch auf eine einmalige Sonderleistung. Die volle Prämie erhalten Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung.

Diese Corona-Prämie könne durch die Länder oder die zugelassenen Pflegeeinrichtungen um bis zu 50 Prozent erhöht werden. Dies tut das Land Brandenburg. Die Landesregierung werde dafür rund vierzehn Millionen Euro aus dem Corona-Rettungsschirm des Landes bereitstellen, hieß es.

Lesen Sie auch den Kommentar der Mitarbeiterin eines Pflegezentrums in München: "Gut gemeint, aber in der Praxis ist der Corona-Pflegebonus ungerecht"

Saarland: Erst 35 Prozent aller Anträge bewilligt

26. August 2020: Wie der "Saarländische Rundfunk" berichtet, haben im Saarland zwar rund drei Viertel aller Beschäftigen in der Altenpflege den Corona-Pflegebonus beantragt, jedoch wurde erst ein kleiner Teil bewilligt. 

Von den 11.500 eingegangenen Anträgen wurden demnach erst knapp 4000 bewilligt, was in etwa 35 Prozent entspricht. Die Gründe dafür seien hauptsächlich, dass zahlreiche Anträge in Papierform eingereicht wurden und zunächst digitalisiert werden müssten sowie, dass rund 40 Prozent aller Unterlagen Fehler enthielten, welchen Mitarbeiter einzeln nachgehen müssten.

Nur rund jede zweite Pflegekraft im Saarland hat Bonus beantragt

29. Juli 2020: Bislang wurden 7600 Anträge auf den saarländischen Corona-Pflegebonus gestellt. Das teilte das saarländische Gesundheitsministerium auf Anfrage des Saarländische Rundfunks mit. Davon wurden bisher 2300 Anträge bewilligt. Beschäftigt sind in der saarländischen Pflege aber rund 15.000 Menschen.

Der steuerfreie Corona-Bonus des Landes beträgt für Vollzeitpflegekräfte 500 Euro. Teilzeitkräfte, Auszubildende und Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres erhalten 300 Euro. Die Unterlagen mussten dem Ministerium bis zum 31. Juli 2020 vorliegen.

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