6.05.2017
Reformation und Frauen

Breit-Keßler: Frauenemanzipation auch heute "kein Selbstläufer"

Die Gleichberechtigung der Frau ist noch lange nicht abgeschlossen. Frauenemanzipation ist kein Selbstläufer, meint Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler.
Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler
Oberkirchenrätin Susanne Breit-Keßler ist Regionalbischöfin im Kirchenkreis München und Oberbayern und Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs.

In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich nach Einschätzung der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler die Gleichberechtigung von Frau und Mann durchgesetzt. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei es hingegen für Frauen nach wie vor schwierig, "mit den gleichen Erfolgsaussichten die Karriere anzupacken, zumal wenn Kinder ins Spiel kommen", sagte die Theologin im unterfränkischen Volkach.

Mit Stolz erfülle sie, dass es kaum einen Arbeitgeber wie die Kirche gebe, der es Frauen derart leicht mache, nach der Elternzeit wieder in ihren Beruf einzusteigen. Die Regionalbischöfin sprach beim "Frauenfrühstück" der drei Dekanate Kitzingen, Castell und Markt Einersheim zum Auftakt der "Reformation im Fluss" auf dem Passagierschiff MS Franconia.

Breit-Keßler: Frauenemanzipation ist kein Selbstläufer

Auch im 21. Jahrhundert sei Frauenemanzipation "kein Selbstläufer", es gelte zu bewahren und zu festigen, "was unsere Vorfahrinnen und wir erstritten haben", sagte Breit-Keßler. Dies gelte auch und gerade bei der Integration der Flüchtlinge aus Ländern des Balkans, aus Afrika sowie dem Nahen Osten. Es sei wichtig, "dass wir ganz deutlich sagen: In Deutschland sind Frauen und Männer gleichberechtigt", mahnte die Theologin, die auch Ständige Vertreterin des Landesbischofs ist.

Frauen hätten die gleichen politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Rechte und das gleiche Recht auf eine gute Schulbildung wie Jungen. "Die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ist Säule unseres Grundgesetzes", sagte Breit-Keßler.

Aktion Reformation im Fluss in Unterfranken

"Reformation im Fluss" ist eine Aktion mehrerer evangelischer Dekanate in Unterfranken entlang des Mains. An vier Wochenenden zwischen dem 6. Mai bis 5. Juni heißt es im 500. Jahr der Reformation: Leinen los! Die Dekanate von Castell bis Aschaffenburg verlegen die Jubiläumsfeiern auf den Fluss - mit jeweils acht bis zehn Veranstaltungen.

Der Auftakt fand in Volkach mit dem Frauenfrühstück unter dem Motto "Freischwimmen - nicht wegtauchen. Reformatorische Frauen gestern und heute" statt.

Weitere Informationen: www.reformation-im-fluss.de

Reformation im Fluss
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