27.11.2018
Landessynode

Landessynode 2018: Religionsunterricht soll gestärkt werden

Was sich im Religionsunterricht ändern soll, wird auf der Landessynode in Garmisch-Partenkirchen diskutiert.
Schule anders
Schule einmal anders

Der evangelische Religionsunterricht soll nach dem Willen der Landeskirche deutlich gestärkt werden. Das geht aus einem Strategiepapier (PDF hier zum Download) hervor, das Oberkirchenrat Detlev Bierbaum auf der Tagung der Landessynode in Garmisch-Partenkirchen vorgestellt hat. Unter anderem sollen Religionslehrer und Pfarrer mehr Begleitung und Fortbildung erhalten; zudem soll die konfessionelle Kooperation ausgebaut werden.

In Bayern besuchen rund 340.000 Schüler den evangelischen Religionsunterricht. Sie werden von mehreren tausend Lehrern unterrichtet. Religionsunterricht in der Schule hat einer repräsentativen Emnid-Umfrage zufolge weiterhin einen großen Rückhalt in der Bevölkerung, wie Bierbaum ausführte.

65 Prozent aller Befragten befürworten ihn demnach als ordentliches Schulfach, bei den evangelischen Befragten sind es 80 Prozent. Religionsunterricht habe einen hohen "Mehrwert": Die meisten Befragten antworteten, er lehre Toleranz und Verständigung und helfe bei existenziellen Fragen, er reflektiere den eigenen Glauben und gebe Orientierung für das Leben.

Oberkirchenrat Detlev Bierbaum, in der bayerischen Landeskirche für den Bildungsbereich zuständig, über die Ergebnisse der Emnid-Umfrage zum Religionsunterricht in Bayern. Im Interview erklärt er außerdem, warum das Schulfach besonders wichtig ist.

Kirche will Religionsunterricht stärken

Darum solle die Kirche die Chance, den Religionsunterricht zu stärken, "auf keinen Fall verspielen", sagte Bierbaum. In dem Strategiepapier werden 60 Detailvorschläge gemacht. So sollen etwa Lehrkräfte durch neue Bildungsangebote erreicht werden; die Unterrichtsversorgung soll gesichert und bei Pfarrern die Vereinbarkeit von Gemeinde- und Unterrichtsaufgaben verbessert werden. Schulreferenten vor Ort sollen in ihrer Schlüsselfunktion gestärkt werden.

Zudem soll der Religionsunterricht geöffnet werden für mehr konfessionelle Kooperation mit katholischen Lehrkräften. Ein wichtiger Schritt sei auch die Entwicklung neuer digitaler Lehr- und Lernmittel, sagte Bierbaum.

Mit dieser Strategie, die ab Januar 2019 schrittweise umgesetzt werden soll, will die Kirche laut Bierbaum den aktuellen Herausforderungen begegnen: der wachsenden Heterogenität in der Schülerschaft, der Erosion religiösen Wissens, der veränderten Lernkultur und der Frage nach Qualität im Religionsunterricht.

Dossier Landessynode

Die bayerische evangelische Landessynode tagt vom 25. bis 29. November 2018 in Garmisch-Partenkirchen. Unser Dossier mit allen Artikeln, Hintergrundinformationen und Infografiken zur Landessynode, finden Sie hier sonntagsblatt.de/landessynode

Weitere Berichte und Informationen zur Landessynode auf der Seite der bayerischen Landeskirche.

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