18. April 2021
Corona-Pandemie

Kirchen und Kommunen gedenken der Pandemie-Opfer - auch interreligiöse Feiern und Friedhofsbegehungen geplant

Innehalten für die Opfer der Pandemie: Mit Gedenkaktionen in ganz Deutschland wird an die Verstorbenen erinnert. Einige Kirchen in Bayern planen eigene Veranstaltungen.

In Bayern wird am Sonntag bei verschiedenen Gedenkaktionen an die in der Corona-Pandemie verstorbenen Menschen erinnert. Religionsvertreter schließen sich damit einer Initiative des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an, der am Sonntag eine zentrale Gedenkfeier in Berlin veranstaltet. Vor dem Gedenkakt ist ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche geplant.

Gedenkaktion erinnert an Opfer der Corona-Pandemie

In Nürnberg wird es eine religionsübergreifende Aktion geben. Mit Bannern an den Versammlungs- und Gemeinderäumen wolle man eine dezentrale Erinnerungs-, Trauer- und Gedenkkultur hin zu einem verbindenden Pandemie-Gedenken zeigen, sagte der Vorsitzende von "Religionen für den Frieden Nürnberg", Johannes Lähnemann. Das Banner oder ein Roll-Up, auf dem die Symbole der Weltreligionen um den Satz stehen "Corona hat uns alle getroffen" soll um den 18. April aufgehängt werden. Voraussichtlich am 26. Juni werde gemeinsam mit der Stadt Nürnberg noch eine Gedenkfeier stattfinden, hieß es.

Dachau, Stein und Würzburg

Die Jugend der Friedenskirche Dachau lädt am Sonntag zur "Dachauer Lichterkette" ein. Zwischen 12 und 19 Uhr werde man Passanten bitten, in einem Moment des Innehaltens ein Licht zu entzünden und dieses auf der Mauer des Gartens des Kinder- und Jugendhauses neben der Kirche zu platzieren. "Wächst die Kette, bleibt die betroffene Person in der Erinnerung lebendig", heißt es in einer Mitteilung.

Ein ökumenischer Gedenk-Gottesdienst zum Trauern und Abschiednehmen in der Corona-Zeit findet in der Martin-Luther-Kirche in Stein statt. "Seit vor einem Jahr die Pandemie ausbrach, haben wir von so vielen Menschen Abschied nehmen müssen. Oft war der Abschied gar nicht oder nur in ganz kleinem Kreis möglich", heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde. Trauerfeiern hätten nur mit den engsten Familienangehörigen stattfinden können oder seien um Monate verschoben worden.

Um 10 Uhr findet am Sonntag (18. April) in St. Stephan in Würzburg ein Gedenkgottesdienst für die Corona-Toten mit Dekan Wenrich Slenczka statt. Im Dekanat Bad Windsheim werden an diesem Tag alle zum persönlichen Gedenken auf den Friedhof eingeladen, die in der Zeit der Pandemie von einem Menschen Abschied nehmen mussten.

Gottesdienste in Kalchreuth, Ansbach und Augsburg

"Ein Jahr Corona - ein Gedenkgottesdienst" ist eine Feier im Kirchhof der St. Andreas-Kirche in Kalchreuth (Landkreis Erlangen-Höchstadt) überschrieben. Am Samstag (17. April) um 18 Uhr wird ein Gedenkgottesdienst in St. Johannis in Ansbach gefeiert.

Ökumenisches Gedenken für Corona-Opfer plant die Stadt Augsburg mit den Kirchen am 18. April um 18 Uhr in St. Moritz. Die Feier wird per Livestream übertragen auf www.augsburg.de. Der evangelische Stadtdekan Michael Thoma, der katholische Stadtdekan Helmut Haug, Vertreter weiterer christlicher Kirchen werden den Gottesdienst leiten, an dem auch die Oberbürgermeisterin Eva Weber teilnimmt, hieß es.

Ökumenische Aktionen

Ebenfalls ökumenisch gedenken das evangelische Dekanat Passau und das Bistum Passau den an Covid-19 verstorbenen Menschen. Unter dem Motto "Den Hinterbliebenen eine Stimme geben" nehmen die Menschen dabei Abschied von den Toten. Der Gottesdienst findet um 17 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Matthäus in Passau statt. Er wird gestaltet von Dekan Jochen Wilde und Domkapitular Gerhard Auer. Dabei sein wollen Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Landrat Raimund Kneidinger sowie Vertreter von Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Hilfsdiensten.

Mit dem Titel "Du" findet in der Münchner Dekanatskirche St. Markus ein Gedenkgottesdienst mit dem evangelischen Regionalbischof Christian Kopp und Stadtdekan Bernhard Liess statt (18. April, 18 Uhr). Auch diese Andacht wird live auf dem YouTube-Kanal von St. Markus übertragen. Auch wenn derzeit noch die Bewältigung der Pandemie im Vordergrund stehe, brauche die Gesellschaft "einen Moment, in dem wir trauern und an die Opfer der Pandemie denken können", sagte Kopp laut Mitteilung.

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