Fuggerei
Die Fuggerei ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt, eine Stadt in der Stadt mit 67 Häusern und 142 Wohnungen sowie einer eigenen Kirche. Nun gibt es dort zwei neue Museen.
Fuggerei Augsburg
Herrengasse der Fuggerei in Augsburg.

Die Augsburger Fuggerei eröffnet heute ihr neues "Museum der Geschichte und des Wohnens". Darin werde die historische Entwicklung der nach Angaben der Fugger ältesten Sozialsiedlung der Welt gezeigt - von den Anfängen unter Jakob Fugger bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, teilten die Fuggerschen Stiftungen mit.

Die Fuggerei feiert in diesem Jahr ihr 500-jähriges Jubiläum. In dem Museum sei daher auch erstmals die Urkunde ausgestellt, mit der Jakob Fugger am 23. August 1521 die Fuggerei-Stiftung ins Leben rief. Man wolle zum Jubiläum "die Geschichte der Sozialsiedlung, der Stifterfamilie und der Bewohner der Fuggerei erzählen", sagte Wolf-Dietrich Graf von Hundt, Administrator der Fuggerschen Stiftungen laut Mitteilung.

Im Mittelpunkt des Museums stehen dabei Leben und Alltag der Fuggerei-Bewohner aus fünf Jahrhunderten. So kann man unter anderem anhand einer neu konzipierten und ausgestatteten Schauwohnung einen Eindruck vom Leben der Bewohner bekommen.

In den 67 Häusern und 140 Wohnungen der Fuggerei leben noch heute bedürftige Augsburger. Sie zahlen eine Kaltmiete von 0,88 Euro im Monat - den Gegenwert eines Rheinischen Guldens. Die Fuggerschen Stiftungen finanzieren die Sozialsiedlung bis heute. An der Eröffnungsfeier für das Museum wird neben Mitgliedern der Familie Fugger unter anderem Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner teilnehmen.

 

Sozialsiedlung Fuggerei

In der ältesten noch bestehenden Sozialsiedlung der Welt gibt es zwei neue Museen. Die Häuser befinden sich in der Ochsengasse 46 und 47 der historischen Sozialsiedlung.

"Hauptprotagonisten" der Museen seien die Fuggerei-Bewohner selbst, erklärte die Fuggerei. So könnten Besucher im "Museum der Bewohner" erfahren, welche persönlichen Geschichten die Menschen in der Fuggerei mitbringen und wie die Gemeinschaft in der Sozialsiedlung funktioniert. Das "Museum des Alltags" veranschauliche überdies, wie sich das Wohnen und Leben in der Fuggerei und die Bedürftigkeit in der Gesellschaft in den vergangenen 70 Jahren verändert habe.

Die Augsburger Fuggerei ist knapp 500 Jahre alt. Sie wurde von Jakob Fugger dem "Reichen" 1521 gestiftet. In den rund 140 Häusern leben noch heute rund 150 Augsburger katholischen Glaubens. Sie bezahlen 88 Cent Kaltmiete pro Jahr – ein symbolischer Preis, der dem damaligen Wert des Rheinischen Guldens entspricht. Wer in der Fuggerei wohnt, muss außerdem täglich drei Gebete sprechen: das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis und das Ave Maria.

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